Brigittenau: Traditions-Fleischer Fellner schließt für immer

nosko

Am 30. April war Schluss. Erwin Fellner, der 50 Jahre lang nahezu täglich in seiner Fleischerei stand, hat den Traditionsbetrieb für immer zugesperrt. Verantwortlich dafür waren „familiäre gesundheitliche Gründe“, wie der 78-jährige Fleischhauermeister dem WIENER BEZIRKSBLATT erzählt.

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Bereits Fellners Vater war im selben Beruf tätig. Von 1931 bis 1947 bestand das Geschäft in der Treustraße, danach in der Klosterneuburger Straße (beides 20.). Erwin Fellner, der sich zu qualitativ hochwertigen, regionalen Produkten bekennt, führte zum einen Fleisch und Wurst plus Teigwaren und diverse Zutaten, zum anderen tischte er täglich Menüs auf: Gulasch, Grammelknödel, Krautfleckerln, die man im Lokal auf dem Bankerl verzehrte. Letzteres war nun wegen Corona nicht mehr möglich, was eine Weitergabe des Betriebs an seinen Sohn massiv erschwert hätte: „Das wäre sich für ihn finanziell nicht ausgegangen, da er sowohl mich als auch meine Gattin hätte ­ersetzen müssen.“

Gesangsverein

Nun hat Erwin Fellner immerhin mehr Zeit, seinem Hobby, dem Singen, zu frönen: Er ist Obmann des Männergesangvereins der Wiener Fleischhauer. Dies wird wohl im Zuge der Lockerungsmaßnahmen bald wieder möglich sein. Fellner: „Ich hoffe, wir können bald wieder unsere Stimmen erheben.“