Die verbleibende Zeit des brut nordwest in der Nordwestbahnstraße ist keine für leise Abschiede. Ein kraftvolles Programm zwischen politischer Dringlichkeit und sinnlicher Erfahrung fesselt das Publikum in den nächsten Monaten. Performances, Tanz und Diskurse verdichten sich zu einer Spielzeit, die Fragen nach Gerechtigkeit, Identität und Solidarität stellt und Antworten im gemeinsamen Erleben sucht.

Stefanie Sourial – FLASHMOB © Marija Šabanović

Stefanie Sourial bringt den Flasmob zurück auf die Bühne. © Marija Šabanović

Kunst als kollektiver Akt des Widerstands

Bis Februar 2026 steht das Programm im Zeichen gesellschaftlicher Gerechtigkeit. Stefanie Sourial bringt den Flashmob zurück auf die Bühne – als choreografierten Moment zwischen Hedonismus und Protest. Von 14. bis 17. Jänner (jeweils 20 Uhr) wird Gemeinschaft als politische Praxis erfahrbar. Flankiert von einem moderierten Aperitivo sowie einer Tastführung für blinde und sehbehinderte Besucher. Parallel dazu laden Angela Alves und Claire Lefèvre zum Workshop In Bed with Angela & Claire (16. & 17. Jänner, jeweils 11-18 Uhr) der das Miteinander weiterdenkt.

Gin Müller, Edwarda Gurrola, Mariama Nzinga Diallo & Sandra Selimović – JUSTITIA! Identity Cases © Christine Miess

Gin Müller, Edwarda Gurrola, Mariama Nzinga Diallo & Sandra Selimović – JUSTITIA! Identity Cases © Christine Miess

Tanz, Macht und Identität im Mittelpunkt

Marta Navaridas verwandelt mit Once upon a Time in the Flames: Our Firebird Ballet Strawinskys Feuervogel in ein raues Ritual der Selbstermächtigung. Gemeinsam mit einem internationalen Ensemble entsteht von 23. bis 28. Jänner (jeweils 20 Uhr) ein punkiger Tanzabend über Erinnerung und Befreiung.

Am 5., 6., 7. und 9. Februar (jeweils 20 Uhr) folgt die Wiederaufnahme von JUSTITIA! Identity Cases. Gin Müller, Sandra Selimović, Mariama Nzinga Diallo und Edwarda Gurrola holen Identitätsfragen aus Gerichtssälen und sozialen Medien klug und humorvoll ins Theater.

Mit No Place Like Home (18.-21. Februar, jeweils 20 Uhr) bricht Malika Fankha das Schweigen über sexualisierte Gewalt in der Familie. Damit öffnet sie einen sensiblen Diskurs über Vertrauen nach traumatischen Erfahrungen.

LIFT Tanzkollektiv – BIOFUCK © LIFT Tanzkollektiv / Juliane Keßler / Flo Köhler

LIFT Tanzkollektiv – BIOFUCK © LIFT Tanzkollektiv / Juliane Keßler / Flo Köhler

Abschied mit Uraufführungen und Festivalglanz

Im März übernimmt imagetanz 2026 das Haus. Das Festival für neue Choreografie präsentiert internationale Premieren, inklusive Performances, sinnlichen Konzerterlebnisse, Workshops und Partys. Das Tanzkollektiv Lift feiert mit Biofuck die Eröffnung und präsentiert ein herausragendes Beispiel für inklusive und Relaxed Performances.

Immersive VR-Kunst bringt die Installation Auflösung der Nestroy-Spezialpreisträger Victoria Halper und Kai Krösche. Eine düstere Mythenadaption in zwei Teilen bieten anschließend Nesterval. Sie widmen sich in zwei Teilen der Nibelungensaga und rufen die Apokalypse aus: mit Donaugold im brut Wien und Wallden bei den Wiener Festwochen.

Die letzte Saison unter der künstlerischen Leitung von Kira Kirsch gipfelt in einem zweitätigen Fest am 12. und 13. Juni. Das vollständige  Programm von März 2026 bis zum Grande Finale in der Brigittenau erscheint ab 11. Februar 2026. Ein letztes Kapitel brut nordwest, das man nicht verpassen sollte.

Informationen und Tickets: brut-wien.at