Christbaum am Rathausplatz seit 1959 Tradition

(C) Schedl Ludwig:

Die Vorweihnachtszeit steht an und die Stadt putzt sich heraus. Adventmärkte, Lichterketten und Maronistände weisen mehr oder weniger dezent auf das kommende Weihnachtsfest hin. Auch der Wiener Rathausplatz verwandelt sich in den Wiener Weihnachtstraum. Der traditionelle Christbaum am Rathausplatz stammt dieses Jahr aus dem Burgenland.

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150 Jahre alt

Stolze 150 ist der künftige Christbaum alt. Die Fichte stammt dieses Jahr aus dem Burgenland und wird ab 3. November vor dem Rathaus stehen. Mit mehr als 1.000 LED-Lichter erstrahlt der Baum ab dem 13. November vollgeschmückt den Platz. Bürgermeister Michael Ludwig und der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil schalten am 13. November um 17:30 Uhr gemeinsam die Beleuchtung ein. Mit ihren 150 bis 180 Jahren ist die Fichte übrigens älter als das „jüngste Bundesland“, aus dem sie stammt. Denn das Burgenland ist heuer 100 Jahre ein Teil von Österreich und wurde 1921 ein eigenes Bundesland.

Spende aus dem Burgenland

(C) Land Burgenland: Wiener Weihnachtsbaum 2021 ist ein Burgenländer

Der Weihnachtsbaum am Rathausplatz wird jedes Jahr von einem anderen Bundesland oder aus dem benachbarten Ausland gespendet. Die 30 Meter hohe Fichte stammt aus der Gemeinde Wiesen und wurde am 29. Oktober gefällt. Über das verlängerte Allerheiligen-Wochenende bereiteten die Förster des Forstbetriebs „Pannatura“ den Transport nach Wien vor. „Bereits am Mittwoch haben die Vorbereitungen für den Abtransport nach Wien gestartet, damit der burgenländische Weihnachtsgruß bald für vorweihnachtliche Stimmung in Wien am Rathausplatz sorgt“, sagt Matthias Grün von „Pannatura“.

Ankunft in Wien

(C) Esterhazy/Andreas Tischler: Der Wiener Weihnachtsbaum wurde mit Sattelschlepper und Polizeikonvoi vor das Rathaus gebracht.

Der 30 Meter hohe und rund 120 Tonnen schwere Baum kam am 3. November per Sattelschlepper vor dem Wiener Rathaus an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien stellten den künftigen Weihnachtsbaum in rund einer Stunde auf. Mittels zwei Kränen hievten sie die burgenländische Fichte vom Sattelschlepper in die XXL-Christbaumhalterung. „Der Wiener Weihnachtsbaum ist seit jeher ein Zeichen des Miteinanders und des Zusammenhalts. Dieses Jahr symbolisiert er auch anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Burgendland die Zugehörigkeit des ‚jüngsten Bundeslandes‘ zu Österreich. “, sagte Bürgermeister Michael Ludwig bei der Ankunft des Baumes am Rathausplatz. „Ich freue mich deshalb besonders, dass die Fichte aus dem burgenländischen Wiesen am Wiener Rathausplatz für besinnliche Vorweihnachtsstimmung sorgen wird.“

(C) Esterhazy/Andreas Tischler: Bürgermeister Michael Ludwig und „Pannatura“-Geschäftsführer Matthias GRÜN bei der burgenländischen Baumspende.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der selbst bei der Ankunft des Baums in Wien aufgrund einer Arbeitsreise nicht anwesend sein konnte und durch Bundesrat Günter Kovacs vertreten wurde, zeigte sich sichtlich stolz über den burgenländischen Weihnachtsgruß: „Das Jubiläum 100 Jahre Burgenland steht auch im Zeichen der besonderen Verbundenheit und Freundschaft zwischen dem jüngsten Teil Österreichs und der Bundeshauptstadt. Der Weihnachtsbaum soll auch ein Symbol dieser Verbundenheit sein. Das Burgenland wünscht allen Wienerinnen und Wienern sowie allen Gästen in der Bundeshauptstadt eine besinnliche und schöne Weihnachtszeit.“

Tradition seit 1959

Seit dem Jahr 1959 steht alljährlich ein rund 30 Meter hoher und geschmückter Christbaum am Rathausplatz. Einzig 1986 wurde die Tradition unterbrochen, um auf das Waldsterben hinzuweisen. Der höchste je aufgestellte Baum kam 1971 aus der Steiermark und war ganze 39, 4 Meter hoch.

Nach dem Ende der Weihnachtszeit wird auch der Rathaus-Christbaum in saubere Energie umgewandelt. Jährlich werden rund 170.000 ausgediente Christbäume in den Christbaumsammelstellen abgegeben. Aus den ausgedienten Bäumen wird klimaneutrale Energie produziert, die einen Monat lang über 1.000 Haushalte mit Strom und rund 2.500 Haushalte mit Fernwärme versorgen. Ein paar besonders „schmackhafte“ Exemplare landen auf der Deponie Rautenweg, wo sie den dort ansäßigen Pinzgauer Bergziegen als Futter dienen.