Helmut Qualtinger zählt zu den prägendsten Stimmen des österreichischen Kabaretts und Theaters. Mit seinem bissigen Humor, seiner sprachlichen Präzision und seinem scharfen Blick auf gesellschaftliche Missstände wurde er zu einer moralischen Instanz weit über Wien hinaus.
Der Schauspieler und Autor Georg Biron widmet dem großen Wiener nun einen eigenen Bühnenabend: „Der G’Waltinger – Hommage an einen Partisanen“. Zu erleben ist die Produktion im 7*stern Wohnzimmer in der Siebensterngasse 31 im 7. Bezirk.
Zwei Termine im März und April
Die Vorstellung findet an zwei Abenden statt:
- Freitag, 20. März 2026, 20 Uhr
- Freitag, 24. April 2026, 20 Uhr
Der Abend dauert jeweils 2 x 45 Minuten, Tickets gibt es an der Abendkassa um 19,80 Euro.
Vom „Herrn Karl“ zum internationalen Film
Berühmt wurde Helmut Qualtinger bereits in den 1950er-Jahren durch das sogenannte „Goldene Kabarett“. Spätestens mit der Figur des „Herrn Karl“ aus dem Jahr 1961 wurde er zum Star und schuf eine der bekanntesten Rollen der österreichischen Theatergeschichte.
Doch Qualtinger war mehr als ein Kabarettist. In den 1970er-Jahren sorgte er mit Lesungen aus Hitlers „Mein Kampf“ für Aufsehen – bewusst als Warnung, „weil der Neofaschismus in der Luft liegt“. Auch international war er gefragt: 1986 spielte er an der Seite von Sean Connery im Film „Der Name der Rose“.
Ein unbeugsamer Humanist
Für Georg Biron steht hinter der Kunst vor allem der Mensch Qualtinger. In seinem Bühnenabend zeichnet er das Bild eines kompromisslosen Künstlers.
„Er war unbestechlich, wahrhaftig und unnachahmlich. Er hat sich nie angebiedert – weder beim Publikum noch bei Institutionen. Er war ein Partisan mit unbeugsamer humanistischer Haltung.“
…sagt Biron.
Sprache als Protest
Das Aufbegehren gegen Autoritäten zog sich durch Qualtingers gesamtes Leben und Werk. Besonders die Sprache wurde für ihn zum Werkzeug des Widerstands.
Der deutsche Kritiker Hellmuth Karasek schrieb einst darüber, Qualtingers Arbeit sei „die zähneknirschende Ehrenrettung einer Metropole durch ihre andere Wirklichkeit – der patriotische Kraftakt eines Wahrheitsfanatikers“.