Gleich zu Beginn wurde die zentrale Rolle der KMU hervorgehoben: Über 90 Prozent aller Unternehmen in Österreich zählen zu dieser Gruppe. Für Nikolaus Brada (Nibra) ist klar, worauf es dabei ankommt:
„Der Schlüssel für ein erfolgreiches Unternehmen ist in erster Linie die Arbeitskraft.“ Gerade in schwierigen Zeiten zeige sich die Stärke kleiner Betriebe – durch Zusammenhalt und persönliche Bindung zu den Mitarbeitenden.
Brada selbst musste während der Pandemie massive Herausforderungen meistern. Seine Lösung: Expansion in die Bundesländer. Der Einsatz seines Teams zahlte sich aus – im wahrsten Sinne des Wortes.
„Wir sind ein unglaublich zusammengeschweißtes Team geworden.“
…so der Unternehmer.
Nachhaltigkeit als Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte
Ursula Oberhollenzer vom CSR Dialogforum brachte einen entscheidenden Punkt ein: Nachhaltigkeit ist längst ein Faktor im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte. „Wenn ich nachhaltig agiere und das auch nachweisen kann, habe ich klare Vorteile am Arbeitsmarkt“, betonte sie. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei das ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Inspiration durch Vorbilder und Lösungen
Roswitha Reisinger, Herausgeberin des Businessart Magazins, unterstrich die Bedeutung von Sichtbarkeit und Inspiration. Ihr Magazin ging aus einer Initiative hervor, die nachhaltige Vorreiter*innen auszeichnet. „Information muss lösungsorientiert sein und Menschen dazu bringen, selbst aktiv zu werden“, erklärte sie.
Ein Beispiel für konsequente Nachhaltigkeit lieferte sie gleich mit: Das Unternehmen Bellaflora stellte sein Sortiment radikal um – weg von Glyphosat, hin zu alternativen Lösungen. Ein Prozess, der zehn Jahre Forschung erforderte. „Das ist Nachhaltigkeit in Konsequenz“, so Reisinger.
Menschlichkeit als Unternehmensprinzip
Roland Spitzhirn von den Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen zeigte, wie Nachhaltigkeit auch im sozialen Bereich gelebt wird. Sein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen setzt auf ein klares Credo: Zufriedene Kund*innen, Mitglieder und Mitarbeitende. „Wir kennen die Lebensgeschichten unserer Mitarbeitenden und unterstützen sie auch in schwierigen Situationen“, sagte Spitzhirn.
Energie, Innovation und Kooperation
Auch beim Thema Energie wurde deutlich: Nachhaltigkeit rechnet sich. Investitionen in Solarpaneele oder Energiegemeinschaften können langfristig Kosten senken. Spitzhirn gründete bereits 2022 eine eigene Energiegemeinschaft, während bei Nibra an innovativen Lösungen mit Solar und Stahl gearbeitet wird.
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg: Kooperation. „Wir müssen die nächste Generation von Unternehmen mitnehmen – durch Vorbilder und gemeinsame Projekte“, so Oberhollenzer. Denn nur gemeinsam lasse sich die nötige Dynamik entfalten.
Junge Menschen mitnehmen
Ein besonders wichtiger Aspekt: die nächste Generation. Laut Spitzhirn braucht es dafür vor allem eines: Ehrlichkeit. „Es geht um Vertrauen und Respekt. Man muss klar sagen, was man bieten kann – und was nicht.“
Netzwerken für die Zukunft
Zum Abschluss lud CSR-Dialogforum-Präsident Stefan Blachfellner dazu ein, sich aktiv einzubringen – etwa in sogenannten „Communities of Practice“. Ziel: gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für die Zukunft zu arbeiten.