Das Fazit von “Marktagent” (1.000-Netto-Interviews österreichweit zwischen 28.1. und 3.2.): Gemischte Gefühle mit einer ordentlichen Portion Skepsis. Zwar wird das Event als buntes Entertainment wahrgenommen, doch viele sehen auch kritisch auf Kosten, politische Kontroversen und den tatsächlichen Nutzen für das Land. Doch überraschend, dass 62 % kaum interessiert ist. Nur 37 % finden es richtig gut, dass er in Wien stattfindet.

Die wichtigsten Erkenntnisse

• Hohe Bekanntheit, aber begrenztes Interesse: Fast alle Befragten haben vom ESC gehört (99 %), doch die Mehrheit (62 %) ist wenig bis gar nicht daran interessiert.

• Der ESC ist bunt und extravagant: Die häufigste Assoziation zum Song Contest ist „buntes Spektakel“ (35 %). In einer metaphorischen Betrachtung sehen 43 % den ESC als extravagante Party-Persönlichkeit mit auffälligem Outfit.

• Gemischte Stimmung zu Austragung in Österreich: 37 % finden es gut, dass der ESC in Österreich stattfindet, 25 % sehen das kritisch.

• Begrenztes Zuschauerpotenzial: Nur rund ein Drittel plant, zumindest eine Live-Show zu verfolgen (32 %, 2015: 52 %). Das Finale will gut ein Viertel schauen (26 %, Vergleich 2015: 50 %) und das überwiegend zu Hause oder im privaten Umfeld (90 %).

• Kosten-Nutzen-Skepsis: Mehr als die Hälfte glaubt, dass die Kosten überwiegen (54 %), nur 17 % erwarten mehr Nutzen.

• Tourismus als klarer Gewinner: 7 von 10 erwarten positive Effekte für den Tourismus, 54 % für das Image Österreichs im Ausland.

• Politische Kontroversen: 6 von 10 sind zumindest teilweise mit der Debatte rund um die Teilnahme Israels vertraut. Jeweils ein gutes Viertel findet es gut, dass Israel beim ESC starten kann (28 %) bzw. lehnt diese Entscheidung ab (26 %). 46 % geben sich neutral. Ähnlich gespalten verhält es sich mit der Bewertung des Boykotts durch andere Länder. 63 % halten es für unrealistisch, dass der Wettbewerb unpolitisch bleiben kann.

2015 mehr Begeisterung

Spannend auch der Vergleich zur letzten Austragung 2015: Demnach ist die Zustimmung spürbar gesunken, vor elf Jahren lag sie bei 52 %. Das sind um 15 % mehr als heuer (37 %). Liegt vermutlich auch wesentlich an der heiklen Weltlage und der Wirtschaftskrise – nur 17 % glauben, dass der ESC mehr Nutzen als Kosten verursacht.