Ex-Kripo-Chef Veith fesselt mit echten Polizei-Geschichten

@Johann Veith

Donnerstag Abend verwandelte sich die VHS Penzing in einen Schauplatz der Wiener Kriminalgeschichte. Johann Veith, ehemaliger Kripo-Chef und Autor, präsentierte sein Buch Die Fragen stellen wir! Polizeigeschichten und Anekdoten und fesselte sein Publikum mit wahren Fällen und spannenden Einblicken aus dem Polizeialltag.

Veith begann die Lesung mit einem Rückblick auf das Wien der 1970er-Jahre. Es war eine Zeit der Unsicherheit: Die linksextreme Rote Armee Fraktion verübte Attentate, und die Angst vor Terror war allgegenwärtig. In genau dieser Stimmung kam es am 9. Oktober 1978 in Penzing zu einem dramatischen Einsatz.

Zwei junge Polizisten wurden zu einer Wohnung gerufen – es ging scheinbar nur um eine Meldeangelegenheit. Doch als sie die Tür öffneten, standen sie plötzlich einem bewaffneten Mann gegenüber. „Auf euch hab ich schon gewartet!“, sagte er – und richtete ein Schnellfeuergewehr auf die Beamten. Sekunden später waren sie entwaffnet und in seiner Gewalt.

Terroralarm in Wien-Penzing

Was zunächst wie ein harmloser Vorfall wirkte, löste eine der größten Fahndungen der damaligen Zeit aus. Über 500 Polizisten waren im Einsatz, weil man annahm, der Täter könnte ein RAF-Mitglied sein. Erst Jahre später stellte sich heraus: Es handelte sich um einen bereits gesuchten Zuhälter, der sich ins Ausland abgesetzt hatte.

Veiths Erzählweise ließ das Publikum die Angst der Polizisten nachempfinden. Die Spannung im Saal war greifbar – als wäre man selbst dabei gewesen.

Ein Abend, der nachwirkt

Johann Veith bewies an diesem Abend, dass wahre Kriminalfälle oft spannender sind als jeder Thriller. Wer mehr solcher Geschichten lesen will, sollte sich Die Fragen stellen wir! nicht entgehen lassen.