Was für ein Zeichen gelebter Solidarität im 10. Bezirk. Nachdem die Kirche St. Johann Evangelist am Keplerplatz Ende letzten Jahres von Unbekannten durch Schmierereien, die man gerne verharmlosend auch als Graffiti bezeichnet verunstaltet wurde griffen vor Kurzem Freiwillige und Vertreter aller Konfessionen zu Farbe und Pinsel und reinigten das christliche Gotteshaus. Nur wenige Minuten entfernt liegt die Antonskirche – ein Gotteshaus, das dasselbe Schicksal traf. Doch auch hier wird jetzt Hand angelegt – dank Einsatz eines ehrenamtlichen Helfers.

Ermöglicht wird die Reinigung durch Djordje Jovanovic, Inhaber der Cleanator GmbH, die es seit fünf Jahren mit Sitz im 3. Bezirk gibt. Er trat an die Kirchenleitung und die Bezirksvorstehung Favoriten mit seinem Wunsch heran, die Graffitis von der Antonskirche zu entfernen. „Und nun sind wir hier“ sagt der gebürtige Favoritner, dessen Arbeitsweg ihn jeden Tag an der Kirche vorbeiführt. Hier besuchte er schon als Volksschüler die Messe. Auch deshalb war es für ihn – konfrontiert mit den Beschmierungen – klar: „Jetzt ist es Zeit, etwas zurückzugeben. Das können wir so nicht lassen, da müssen wir jetzt etwas machen!“. Und er machte etwas – sich ans Werk.

Herausfordernde Reinigung

Die Reinigungsarbeiten an den Ziegeln gestalten sich wegen des Denkmalschutzes schwierig. Bürsten oder Kercher sind als Methode ausgeschlossen. Zuerst muss ein Grafitti-Entferner mit einem Schwamm aufgetragen und danach mit Wasser abgespült werden. Diese Methode garantiert, dass die Ziegel nur minimal belastet werden. Dafür dauern die Arbeiten auch länger – spätestens bis zum Sommer sollen sie aber abgeschlossen sein.

Dazu Bezirksvorsteher Marcus Franz: „Es ist schön, dass die Menschen in Favoriten sich mit ihrem Heimatbezirk identifizieren. Manche sind auch bereit, sich freiwillig für die Gemeinschaft einzusetzen. Dieser Geist des Selber-Anpackens ist vorbildlich und macht anderen Mitmenschen Mut, sich ebenfalls zu engagieren.“