Gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien, Tanja Wehsely, machten sich Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai und SPÖ-Nationalratsabgeordneter Paul Stich vor Ort ein Bild von der Situation.
250 Lebensmittelpakete pro Woche
Jeden Dienstag – außer an Feiertagen – werden in der Scheydgasse 21–25 rund 250 Lebensmittelpakete ausgegeben. An besonders stark frequentierten Tagen kommen sogar bis zu 400 Menschen zur Ausgabe. Die Nachfrage steigt kontinuierlich.
„Es kam auch schon vor, dass Menschen mit leeren Händen wieder gehen mussten, das schmerzt uns besonders.“
…erklärt Tanja Wehsely. Anspruch auf die Unterstützung haben Wienerinnen und Wiener, deren Einkommen an oder unter der Armutsgefährdungsgrenze liegt.
Die Pakete enthalten Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Mehl, Öl, Hülsenfrüchte oder H-Milch und haben aktuell einen Warenwert von rund 20 Euro. Zusätzlich verteilt die Tafel Österreich jede Woche frische Lebensmittel wie Kartoffeln, Karotten oder Zwiebeln. Diesmal gab es sogar palettenweise Apfelmus für die Kundinnen und Kunden.
Ehrenamtliche leisten wichtige Arbeit
Damit die Ausgabe reibungslos funktioniert, arbeiten Hauptamtliche, Zivildienstleistende, Freiwillige und Trainingsarbeitskräfte Hand in Hand. Bereits in den frühen Morgenstunden sorgt zudem ein Sicherheitsdienst für einen geordneten Ablauf.
„Ich bin von der Arbeit hier schwer beeindruckt – von der Fülle an Aufgaben und davon, mit welcher Würde und Professionalität das geschieht. Ich bin froh über diese Form der gelebten Solidarität in Floridsdorf.“
…sagt Bezirksvorsteher Georg Papai.
Hilfe durch Spenden und Fördermittel
Finanziert wird die Lebensmittelausgabe durch mehrere Säulen. Für das Jahr 2026 stehen laut Volkshilfe Wien 200.000 Euro aus Stiftungsmitteln der MA 40 zur Verfügung. Dazu kommen Spenden sowie Sachspendenaktionen wie „Gemeinsam gegen Armut“, die jährlich rund zehn Tonnen Lebensmittel beisteuert.
Allein im Jahr 2025 wurden insgesamt 13.268 Lebensmittelpakete ausgegeben – ein deutliches Zeichen dafür, wie groß der Bedarf mittlerweile ist.
„Armut in Wien ist real“
Für Nationalratsabgeordneten Paul Stich sind Einrichtungen wie jene in der Scheydgasse unverzichtbar:
„Lebensmittelausgaben wie diese sind ein Spiegel der gesellschaftlichen Realität. Wir brauchen sie – und wir müssen gleichzeitig alles tun, um die Ursachen von Armut strukturell zu bekämpfen.“
Seit April 2024 betreibt die Volkshilfe Wien den Standort in der Scheydgasse. Der Umzug aus dem dritten Bezirk brachte deutlich mehr Platz und bessere Kapazitäten für die steigende Zahl an Hilfesuchenden.