Lurch des Jahres: Kröte mit camouflage Muster

(C) ÖGH/Kai Kolodziej: Der Lurch des Jahres ist gekürt. Die Wechselkröte steht im Zeichen des heurigen herpetologischen Jahres.

Der Lurch des Jahres ist gekürt! Nachdem 2020 und 2021 jeweils die Zauneidechse die beliebte Auszeichnung erhielt, kommt mit der Wechselkröte nun endlich wieder Bewegung in den herpetologischen Jahresrythmus.

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Lurch des Jahres

Seit dem Jahr 2006 machen die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) und die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) mit der Aktion auf die gefährdete Lage von Reptilien und Amphibien aufmerksam. Jedes Jahr küren die Gesellschaften entweder ein Reptil oder einen Lurch abwechselnd als Kriechtier des Jahres. Nachdem coronabedingt die Zauneidechse 2020 sowie 2021 als Reptil des Jahres galt – man wollte aufgrund der corona-überschatteten Nachrichtenlage der Echse die gebührende Öffentlichkeit gewähren – ist mit der Wechselkröte nun wieder ein Lurch an der Reihe.

Beige-Grüne Wechselkröte

(C) ÖGH/Christoph Riegler: Die Wechselkröte hat ein beige-grünes Tarnmuster.

Die Wechselkröte hat ihren Namen vermutlich aufgrund ihrere kontrastreichen gefleckten Färbung erhalten. Das beige-grüne Tarnmuster und ihre goldgrünen Augen lässt dabei nicht nur das herpetologische Herz höher schlagen. Der Kröte kann ihre Grundfärbung je nach Untergrund abdunkeln oder aufhellen.

Bedroht

Die Wechselkröte kommt mit Ausnahme von Vorarlberg in allen Bundesländern vor. Der Verbreitungsschwerpunkt dieser an Steppenlandschaften angepassten Art liegt in Ostösterreich, während sie in alpin-montanen Regionen nur vereinzelt auftritt. Auch in Wien gibt es noch einzelne Populationen vor allem in den östlichen und nördlichen Bezirken. In ganz Österreich zeigt die stark gefährdete Art seit Jahren vor allem durch Lebensraumverluste drastische Bestandsrückgänge. Aufgrund der alarmierend schrumpfenden Bestände ist die Wechselkröte in der aktuellen Roten Liste Österreichs als „gefährdet“ eingestuft. In der Schweiz ist das Tier bereits ausgestorben.

Hauptgrund für den Rückgang ist das Verschwinden von geeigneten Laichgewässern und Landlebensräumen. Als wanderfreudige Art ist die Wechselkröte auch von der Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen und weiträumiger Bodenversiegelung betroffen.

Lurchige Schädlingsbekämpfung

(C) ÖGH/Gerald Ochsenhofer: Mit einer naturnahen Gartengestaltung kann der Kröte Lebensraum geboten werden.

Eine naturnahe Gartengestaltung kann der Kröte wichtige Landlebensräume bieten. Im Gegenzug dazu dezimiert die Wechselkröte ungeliebte Schädlinge, weshalb sie in Gärtnereien als gern gesehener Gast gilt. Wer seinen Garten dem Lurch des Jahres Lebensraum bieten möchte, findet auf der Website der ÖGH Infomaterial.