Mariahilf: So soll der Naschmarkt cool werden

Der Parkplatz am Naschmarkt soll klimafreundlich werden. Mit einer breiten Bürgerbefragung und einer offenen Markthalle will Innovationsstadträtin Ulli Sima der städtischen Hitzeinsel den Kampf ansagen.

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Der große „Naschmarktparkplatz“ zwischen Kettenbrückengasse und Rüdigerhof wird neu gestaltet. Die rund 12.000m2 große Fläche ist gerade im Sommer ein Problem für das Stadtklima. Denn im Sommer heizt sich die Asphaltfläche auf und wird zu einer der größten Hitzeinseln der Stadt. Mit einer offenen Markthalle und einer Umgestaltung will die Stadt Wien nun das Klima rund um Naschmarkt verbessern.

Klimafiter Naschmarkt mit offener Markthalle

Der Naschmarkt sowie der dazugehörige Parkplatz stehen über dem Wienfluss. Durch diese Brückenkonstruktion können keine großen Bäume mit tiefen Wurzelwerk gepflanzt werden. Daher soll eine offene Markthalle den Bereich kühlen und den Bereich mit Schatten versorgen.

Zahlreiche Cooling-Elemente und flachwurzelige Begrünungsmaßnahmen sollen Halle und Platz klimafit machen und zur Entschärfung der Hitzeinsel beitragen. „Das Ziel ist ein kühler Ort mit ausreichend Schatten, möglichst viel Grün und hoher Aufenthaltsqualität. Herzstück dieses Projekts soll eine offene Markthalle werden, die in Hitzeperioden ausreichend Schatten bietet und ein lebendiges neues Grätzlzentrum wird“, skizziert Planungsstadträtin Ulli Sima.

Auch Markus Rumelhart, Bezirksvorsteher des 6. Bezirks freut sich über das Projekt: „Ich freue mich, dass die neue Innovationsstadträtin Ulli Sima gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern eine offene Diskussion startet und so die Basis zur bestmöglichen und klimatfitten Neugestaltung schafft! Mariahilf wird dadurch noch lebens- und liebenswerter und um ein Grätzelzentrum reicher.“

Beteiligungsprozess geht der Umgestaltung voraus

Dem Projekt soll ein breiter Beteiligungsprozess vorangehen. Bis Juni können alle Wienerinnen und Wiener Vorschläge und Ideen rund um die Neugestaltung einbringen.

Über eine Website kann sich die Wiener Bevölkerung an dem Prozess beteiligen. Zusätzlich zur digitalen Plattform sind im Mai und Juni vier corona-konforme, kleine Informationsveranstaltungen vor Ort mit den BezirksvorsteherInnen der Anrainerbezirke geplant. Um die Bewohner der Bezirke Margareten, Mariahilf und Wieden erhalten dazu in den nächsten Tagen einen Infobrief mit allen Infos zum Bürgerbeteiligungsprozess. Eine Rückmeldekarte ermöglicht es den Bezirksbewohnern, ihre erste Einschätzung zum Projekt mitzuteilen.

Danach soll ein europaweiter Gestaltungswettbewerb folgen. Dieser soll im Herbst starten. Um das Stadtbild rund um den Naschmarkt zu erhalten – das Grätzl ist weithin von Jugendstil bauten geschmückt – ist die MA19 von Anfang an eingebunden.

Beliebter Flohmarkt bleibt erhalten

Der berühmte Naschmarktflohmarkt am Samstag auf der Fläche existiert bereits seit 1977. Der Naschmarktflohmarkt soll auch nach der Neugestaltung des Platzes und dem Bau der offenen Markthalle erhalten bleiben.

Der heutige Parkplatz war bis 1972 Marktgebiet und wurde auch als solcher benutzt. Erst mit der Fertigstellung des Großmarktes in Wien-Inzersdorf hat man sich, dem Zeitgeist der 70er Jahre entsprechend, dazu entschieden, daraus einen riesigen Parkplatz zu machen. .