Die Besonderheit: Der Kaffee wird mit 100 Prozent grünem Wasserstoff geröstet, der in Simmering mittels erneuerbarer Energie erzeugt wird. Statt fossiler Brennstoffe kommt also saubere Energie zum Einsatz – ein Schritt, der nicht nur symbolisch ist, sondern messbare Auswirkungen hat.

Röstkunst trifft Klimaschutz

Die Kaffeeröstung gehört zu den energieintensivsten Prozessen der Branche. Umso bedeutender ist die neue Technologie: Pro Röstvorgang von rund 12 Kilogramm Rohkaffee können etwa zwei Kilogramm CO₂ eingespart werden. Hochgerechnet ergibt sich für den Standort ein Einsparungspotenzial von bis zu 300 Tonnen jährlich.

Dabei bleibt die Qualität unverändert hoch: Der neue Röster erreicht Temperaturen von rund 200 Grad Celsius und liefert laut Unternehmen dieselben Ergebnisse wie herkömmliche Anlagen – nur eben klimafreundlicher.

Wien als Vorreiter bei grünem Wasserstoff

Die Innovation ist kein Einzelfall: Wien setzt bereits seit Jahren auf Wasserstoff als Energieträger. Neben der Kaffeeproduktion kommt er auch im öffentlichen Verkehr zum Einsatz – etwa bei ersten wasserstoffbetriebenen Bussen – und wird zunehmend auch in Industrie und Bau getestet.

Für die Stadt bedeutet das einen weiteren Schritt Richtung klimaneutrale Zukunft. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass Tradition und Innovation kein Widerspruch sein müssen – selbst in einer Branche mit über 160 Jahren Geschichte.

Signalwirkung für die Industrie

Was in Ottakring beginnt, könnte bald Schule machen: Grüner Wasserstoff gilt als vielversprechende Alternative zu Gas und anderen fossilen Energieträgern – besonders in Bereichen, in denen Elektrifizierung schwierig ist.

Der neue Kaffeeröster ist damit nicht nur ein lokales Prestigeprojekt, sondern ein Beispiel dafür, wie nachhaltige Technologien konkret im Alltag ankommen können – und das ganz im Sinne der Wiener Kaffeekultur.