Erzähle ich Jüngeren von prominenten Menschen, die ich durch meinen Beruf kennenlernen durfte, sehe ich zumeist in fragende Gesichter: „Wer ist das?“ Oder: „Wer war das?“ Die großen Namen aus der Musikbranche scheinen am schnellsten zu „verblühen“. Von den Jungen können nur noch wenige etwas über die Beatles er­zählen. Dabei sind die „Pilzköpfe“ die erfolgreichste Band der Musik­geschichte. Ihre Plattenfirma EMI spricht von über einer Milliarde (!) verkaufter ­Tonträger.

Ich kam zumindest in die Nähe von John Lennon, als er mit seiner Frau Yoko Ono eine Pressekonferenz im Hotel Sacher (1. April 1969) gab. Die beiden lagen die ganze Zeit im Bett.

Von Lennon zu Quinn

Wesentlich mehr Kontakt hatte ich zu Anthony Quinn (gestorben 2001). In der Hofburg durfte ich eine Charity-Auktion ­seiner ­Bilder moderieren. Überhaupt bleiben Film- und Fernsehstars „nach­haltiger“ in der Erinnerung der Menschen. Wer zum Beispiel annimmt, der „Sirtaki“ sei ein alter Volkstanz der Griechen, der irrt. Der Tanz wurde für den Film „Alexis Sorbas“ (1964) und im Besonderen für Anthony Quinn, der wenig Talent für griechische Tänze zeigte, „erfunden“ und danach weltberühmt. Quinn behauptete sogar, er hätte eine Fußverletzung gehabt und deshalb wäre die Choreo­graphie besonders einfach gestaltet worden.

Hits für die Ewigkeit

Wenn man sich die Mühe macht, sein Wissen oder seine Schallplatten an seine Kinder weiterzugeben, kann man damit schon Erfolge erzielen. Meiner Tochter Roxanne und ihrem Freund Felix habe ich ein paar meiner alten „LPs“ überlassen und jetzt sind sie Fans von „Creedence Clearwater Revival“. Deren Hit „Hey tonight“ war vor genau 50 Jahren in unserer und der deutschen Hitparade.

Zur gleichen Zeit war Landsmann Wolfgang Hofer mit seinem „Trödler Abraham“ in der Hitparade. Wolfgang kam aus dem Nachwuchsstudio der Radio-Moderatorin Evamaria Kaiser. Er wanderte nach Deutschland aus und wurde sehr erfolgreicher Textautor. Über 100 seiner Texte hat Udo Jürgens vertont. Zum Beispiel „Aber bitte mit Sahne“. Es ist wenig bekannt, dass Udo so gut wie nie Texte schrieb, aber alle seine Lieder komponiert hat.

Ein Evergreen der WM

Sieht man sich die Hitparade aus dem Jahr 1971 an, dann findet man da noch den Hit „Butterfly“ von Danyel Gérard. Auch er war in meiner Sendung „Spotlight“ zu Gast. Den deutschen Text schrieb Ben Juris und das war ein Pseudonym von Jean Frankfurter, der zu den ­erfolgreichsten Textern der deutschen Schlagerbranche zählt. Hat auch einiges für Roy Black geschrieben.
„Butterfly“ blieb so lange ein ­beliebter „Evergreen“, dass Gérard bei TV-Auftritten das Publikum bat, ihm den deutschen Text einzusagen.

Das nächste Mal möchte ich über einen der intelligentesten deutschen Fußballer erzählen – von dem stammt das herrliche „Bonmotscherl“ über ein WM-Elfmeterschießen: „Alle hatten die Hosen voll, nur bei mir lief es ganz flüssig …“

Lesen Sie im nächsten Heft wieder­ ­lustige ­„Seitenhiebe“ von Dieter Chmelar