Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky bringt es auf den Punkt: Wien soll eine Stadt ohne Verschwendung werden. Ein bewusster Umgang mit Alltagsgegenständen sei dabei ein zentraler Baustein für ein gutes Leben für alle.

Bis zu 100 Euro für Reparaturen

Das Prinzip bleibt einfach: Den Reparaturbon online herunterladen, bei einem teilnehmenden Betrieb einlösen und bares Geld sparen. Gefördert werden 50 Prozent der Reparaturkosten – bis zu maximal 100 Euro. Wer sich unsicher ist, ob sich eine Reparatur lohnt, kann ebenfalls profitieren: Kostenvoranschläge werden mit bis zu 55 Euro übernommen. Die Förderung wird direkt beim Bezahlen abgezogen – unkompliziert und schnell.

Bis 2027 stellt die Stadt Wien dafür insgesamt rund 1,2 Millionen Euro bereit.

Nachhaltigkeit trifft Alltag

Ob Lieblingsgitarre, kaputter Teddybär oder wackeliger Kleiderschrank – repariert werden kann fast alles. Ausgenommen sind lediglich Elektrogeräte, da diese vom bundesweiten Reparaturbonus abgedeckt werden. Seit dem Start im Herbst 2020 wurden bereits mehr als 55.800 Gegenstände repariert. Das entspricht einer Einsparung von über 3.200 Tonnen CO₂ – eine Leistung, die in etwa 246 Hektar Wald entspricht.

Für Bezirksvorsteher Marcus Franz ist klar:

„Reparieren spart Geld, vermeidet Müll und sichert Arbeitsplätze im Grätzl.“

Gleichzeitig werde eine alte Tradition wiederbelebt – nämlich Dinge nicht sofort wegzuwerfen, sondern zu erhalten.

Solemates: Kletterschuhe bekommen ein zweites Leben

Ein besonders kreatives Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit liefern die „Solemates“. Das Service richtet sich speziell an Kletterfans und macht die Reparatur von Kletterschuhen so einfach wie möglich.

Defekte Schuhe können direkt dort abgegeben werden, wo sie meist kaputtgehen – in Kletterhallen. Abgabeboxen gibt es etwa in der Boulderbar beim Hauptbahnhof, in der Blockfabrik und in der Kletterhalle Wien. Ziel ist es, den Sport nachhaltiger zu gestalten und Ressourcen zu schonen.

So funktioniert der Reparaturbon

Ab 22. April steht der Wiener Reparaturbon online zum Download bereit. Nach Registrierung auf der Plattform der Stadt Wien kann der Bon sofort genutzt werden. Wichtig: Für die Anmeldung braucht es ein verifiziertes Stadt-Wien-Konto.

Der Bon muss innerhalb eines bestimmten Zeitraums eingelöst werden – das Ablaufdatum ist direkt darauf vermerkt. Die Reparatur selbst kann auch später abgeschlossen werden, entscheidend ist der Zeitpunkt der Beauftragung.

Alle teilnehmenden Betriebe sind Teil des Wiener Reparaturnetzwerks und erfüllen strenge Qualitätskriterien. So wird sichergestellt, dass Kundinnen und Kunden auf verlässliche Facharbeit setzen können.

Gut für Klima, Wirtschaft und Geldbörse

Für NEOS-Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner ist klar: Reparieren ist aktiver Klimaschutz. Wer Dinge wieder instand setzen lässt, spart Ressourcen und stärkt gleichzeitig Wiener Betriebe.

Der Wiener Reparaturbon zeigt damit einmal mehr, wie Klimaschutz im Alltag funktionieren kann – einfach, sinnvoll und mit direktem Mehrwert für alle Wienerinnen und Wiener.

Mehr Infos unter www.wien.gv.at/umweltschutz/wienerreparaturbon.html