Adieu, ihr spannenden Vögel! Die neue Heimat der Tiere liegt im „Parc Natural dels Aiguamolls de l’Empordà“ in Katalonien. „Die beiden Schönbrunner Waldrappe werden Teil der ersten wildlebenden, sesshaften Waldrapp-Kolonie in der Region sein. Ein bedeutender Meilenstein für diese stark gefährdete Vogelart“, betont Tiergarten-Direktor Stephan Hering-Hagenbeck.

Derzeit noch Ruhe

Derzeit sind die Vögel noch in einer Auswilderungsvoliere, wo sie sich in Ruhe an die Umgebung und ihre Artgenossen gewöhnen können. Insgesamt werden im Rahmen des Projekts vor dem Sommer die ersten 30 Waldrappe aus Zoos ausgewildert. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Weiter südwestlich, in Andalusien, war die Ansiedlung einer sesshaften Waldrapp-Kolonie bereits erfolgreich.

Gefährdete Vögel

Im 17. Jahrhundert wurde der Waldrapp in Europa durch den Menschen ausgerottet. Er ist ein Zugvogel, der in Mitteleuropa nicht eigenständig überwintern kann und seine Flugroute in das Überwinterungsgebiet innerhalb des ersten Lebensjahres erlernen muss. Im Rahmen eines vom Tiergarten koordinierten EU-Life-Projekts lernen Waldrappe, die in Zoos geschlüpft sind, wieder die Flugroute.

Spanien ideal

In Spanien finden die Waldrappe das ganze Jahr über ausreichend Futter, weshalb auch sesshafte Kolonien möglich sind. „Zoos spielen beim Erhalt von Tierarten eine zentrale Rolle, weil sie stabile Reserve-Populationen aufbauen können. Das ist die Voraussetzung, dass Auswilderungsprojekte wie dieses in Spanien überhaupt möglich sind“, erklärt Eveline Dungl, zuständige zoologische Abteilungsleiterin.

Revierleiterin Petra Stefan und Tierpfleger Patrick Lang mit den beiden Waldrappen vor der Abreise (Bild: Tiergarten Schönbrunn/Barbara Feldmann).

Revierleiterin Petra Stefan und Tierpfleger Patrick Lang mit den beiden Waldrappen vor der Abreise (Bild: Tiergarten Schönbrunn/Barbara Feldmann).