Beziehungen sind kompliziert. Liebe sowieso. Und wenn zwei Menschen, die eigentlich zueinander gehören, plötzlich vor der Frage stehen, wie es weitergehen soll, entsteht nicht nur Drama, sondern auch Theater, das berührt und begeistert. „State of the Union” nimmt genau diesen alltäglichen Wahnsinn aufs Korn: rasend schnell, pointiert witzig und überraschend tiefsinnig.

Das Volkstheater Bezirke bringt Hornbys „State of the Union” in die Grätzel Wiens – ein Prost auf die Ehe! © Volkstheater Wien
Alltag und Erkenntnis: Ehe in zehn Sitzungen
Im Zentrum stehen Tom und Louise, ein Paar im klinischen und alltäglichen Clinch. Er ist Musikkritiker, sie Ärztin. Nach schlaflosen Nächten, sexueller Flaute und einem Seitensprung suchen sie gemeinsam das Heil in der Paarberatung. Wir erleben nicht die Sitzungen selbst, sondern die Momente dazwischen: die Gespräche im Pub, die kleinen und großen Verletzungen, die verzweifelten Versuche, wieder zueinander zu finden.
Das Stück zeigt, wie viel komisches und tragisches Potenzial in einer Ehekrise steckt. Hornby lässt seine Figuren in klugen, schnellen Dialogen über Liebe, Einsamkeit, Sehnsucht und Aufgeben sprechen. Er trifft damit den Nerv aller, die schon einmal geliebt oder gestritten haben.

Unter der Regie von Jan Philipp Gloger (l.) spielen Johanna Wokalek (M.) und Tjark Bernau (r.) die Rolle des Paares am Ehe-Abgrund. © Marcella Ruiz Cruz
Jan Philipp Gloger macht Bezirke zur Bühne
Erstmals seit 15 Jahren übernimmt der Künstlerische Leiter des Volkstheaters, Jan Philipp Gloger, wieder selbst eine Produktion für die Bezirke. Die Inszenierung tourt durch 15 Spielstätten Wiens – von der Inneren Stadt bis nach Liesing – und bringt die intime Beziehungskomödie in ganz unterschiedliche Räume und Kontexte.
Mit Johanna Wokalek und Tjark Bernau in den Hauptrollen stehen zwei gestandene Schauspieler auf der Bühne, die der Komplexität von Hornbys Figuren das richtige Gewicht verleihen. Das Ensemble macht die feinen Nuancen von Nähe und Distanz, Witz und Verletzlichkeit spürbar.

Nick Hornbys Roman „State of the Union” im Original. © Penguin Random House
Nick Hornby: der Troubadour des Alltäglichen
Nick Hornby, geboren 1957 in England, ist vor allem für seine literarischen Erfolge wie „High Fidelity”, „About a Boy” oder „How to be good” bekannt, die vielfach verfilmt wurden und Kultstatus besitzen. Seine Stärke liegt darin, Alltagsverwicklungen und zwischenmenschliche Unsicherheiten mit Humor, Rhythmus und großer Empathie zu erzählen.
Hornbys Sprache ist zugänglich, seine Charaktere erscheinen lebendig und echt. Sie stolpern durch Beziehungen, ringen um Verständnis und hinterfragen sich selbst. Oft mit einem Augenzwinkern und stets mit einer gehörigen Portion Menschlichkeit. Dabei vereint er Leichtigkeit und Tiefgang, aber auch Humor und melancholische Wahrheiten über Liebe und Identität.
Termine: Beginn jeweils 19.30 Uhr, ab 19 Uhr Einführung (außer anders angegeben)
- 13.2.2026 (Premiere), VZ Brigittenau, 1200 Wien
- 18.2.2026, VZ Döbling, 1190 Wien
- 22.2.2026, 18 Uhr, Kulturgarage Seestadt, 1220 Wien
- 24.2.2026, BZ Simmering, 1110 Wien
- 25.2.2026, Theater Akzent, 1040 Wien
- 28.2.2026, VZ Heiligenstadt, 1190 Wien
- 3.3.2026, VZ Paho, 1100 Wien
- 5.3.2026, VZ Erlaa, 1230 Wien
- 7.3.2026, 16 Uhr (15.30 Uhr), Lorely-Saal, 1140 Wien
- 11.3.2026, Theatersaal Lengenfeldgasse, 1120 Wien
- 13.3.2026, VZ Großjedlersdorf, 1210 Wien
- 14.3.2026, VZ Rudolfsheim-Fünfhaus, 1150 Wien
- 16.3.2026, VZ Praterstern, 1020 Wien
- 17.3.2026 (zum letzten Mal), VZ Floridsdorf, 1210 Wien
Tickets von 15 bis 29 Euro unter www.volkstheater.at