Die Stadt investiert 2026 gezielt in Vorsorgeangebote, die den Zugang zu medizinischer Betreuung vereinfachen und die Früherkennung von Erkrankungen vereinfachen sollen. Nach einer langen Phase der Planung und juristischen Klärungen gehen nun gleich mehrere Initiativen in die Umsetzung. Für die Wienerinnen und Wiener bedeutet das: mehr Vorsorge, mehr Service, mehr Gesundheit.

Darmkrebs-Screening-Test für Zuhause

In Wien wird ab 2026 erstmals ein flächendeckendes, bevölkerungsbezogenes Darmkrebs-Screening starten. Der Fokus liegt auf einem einfachen Zugang, ähnlich wie bei bekannten Testprogrammen während der Corona-Pandemie. Personen zwischen 45 und 75 Jahren sollen künftig eine Testbox nach Hause bekommen, eine Stuhlprobe einsenden und so unkompliziert an der Vorsorge teilnehmen können.

Fällt der Test positiv aus, folgt eine gezielte Abklärung per Koloskopie. Ziel ist es, bösartige Veränderungen frühzeitig zu entdecken und damit die Behandlungschancen von Darmkrebs erheblich zu steigern. Nach juristischen Verzögerungen wurde das Projekt nun endgültig freigegeben. Die Ausschreibungen laufen, der Start ist für 2026 vorgesehen.

Im neuen Zentrum für sexuelle Gesundheit wird eine Rundumversorgung - von der Beratung, über Impfung bis zu Testungen - möglich sein. © Freepik.com

Im neuen Zentrum für sexuelle Gesundheit wird eine Rundumversorgung – von der Behandlung über Impfungen bis zur Unterstützung – möglich sein. © Freepik.com

Neues Zentrum für sexuelle Gesundheit

Als Reaktion auf steigende Infektionszahlen und neue medizinische Möglichkeiten entsteht im ersten Halbjahr 2026 ein Zentrum für sexuelle Gesundheit am Standort der Aidshilfe Wien, das magnus* Ambulatorium. Das Angebot reicht von PrEP und PEP über Impfungen bis hin zu Diagnostik und Behandlung sexuell übertragbarer Erkrankungen. Ein Softopening ist ab dem ersten Quartal 2026 vorgesehen, der Vollbetrieb soll spätestens im dritten Quartal 2026 erfolgen.

Wien setzt dabei bewusst auf Barrierefreiheit und ein Umfeld, das unterschiedliche Zielgruppen erreicht. Das ermöglicht einen leichteren Zugang zu Beratung und Unterstützung durch Sozialarbeiter. Das neue Zentrum soll bestehende Versorgungsstrukturen entlasten und als modernes Kompetenzhaus für sexuelle Gesundheit dienen.

Das Angebot in den Zentren für Frauengesundheit wird erweitert. © Freepik.com

Das Angebot in den Zentren für Frauenheilkunde wird durch mehrere Fachrichtungen für eine punktgenaue Versorgung erweitert. © Freepik.com

Mehr Versorgung bei Frauenheilkunde

Ebenfalls beschlossen wurde die Weiterentwicklung der Zentren für Frauenheilkunde (FEM in der Klinik Floridsdorf ud FEM Süd in Favoriten). Sie bündeln künftig mehrere Fachrichtungen und therapeutische Angebote an einem Standort: von Gynäkologie und Innerer Medizin über Hebammenbetreuung bis hin zu Physio-, Psycho- und Diätberatung.

Frauen sollen damit rasch Zugang zu gesicherter Diagnostik und umfassender Behandlung erhalten – egal ob es um Endometriose, hormonelle Beschwerden oder Schwangerschaftsfragen geht. Bis 2028 will die Stadt jährlich zwei weitere Standorte in Kooperation mit der ÖGK etablieren.

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