Wenn Wien im Mai in sattem Grün aufblüht, beginnt auch die vielleicht lebendigste Veranstaltungsreihe für Naturinteressierte: Die Naturschutzbund-Wochen der Artenvielfalt 2026. Ein ganzer Monat steht im Zeichen jener stillen, oft übersehenen Mitbewohner, die unsere Stadt erst wirklich vollständig machen: von lautlosen Fledermäusen über den Dächern bis zu Vogelstimmen im Wienerwald.

Eine Exkursion in den Stadtpark lässt in das Leben besondere Nachtwesen eintauchen: den Fledermäusen. © Pixabay.com

Eine Exkursion in den Stadtpark lässt in das Leben besonderer Nachtwesen eintauchen: den Fledermäusen. © Pixabay.com

Naturwissen zum Anfassen

Der Naturschutzbund lädt heuer österreichweit, mit Veranstaltungen auch in Wien, zu einem dichten Programm aus Exkursionen, Vorträgen und Entdeckungsreisen ein. Ziel ist es, Biodiversität nicht nur zu erklären, sondern auch hautnah erlebbar zu machen.

Die nächtliche Welt öffnet sich bei einer Fledermaus-Exkursion im Stadtpark, bei der die Dunkelheit Bühne für lautlose Flugakrobatik ist. Bei der Tagfalter-Exkursion in die Lobau kann man sein Wissen zu den Schmetterlingen in ihrem Lebensraum vertiefen.

Ein Wunder der Natur: Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge. © OeAD/Johanna Steinberger

Ein Wunder der Natur: Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge. © OeAD/Johanna Steinberger

Zwischen Auwald und Wienerwald

Wer tiefer eintauchen möchte, findet im Programm zahlreiche Möglichkeiten. Im Wienerwald wird beim Morgenkonzert die Vogelwelt hörbar gemacht, während im Prater Wildkräuter nicht nur betrachtet, sondern auch verstanden werden. In der Lobau wiederum rücken Tagfalter ins Zentrum – filigrane Indikatoren eines intakten Lebensraums.

Auch die Forschung kommt nicht zu kurz: Vorträge über Wildkatzen, Wechselkröten oder Gebäudebrüter schlagen die Brücke zwischen Wissenschaft und Alltag. Spannend dabei ist stets der Blick auf das Zusammenspiel von Mensch und Natur – und darauf, wie sehr selbst urbane Räume Teil dieses Gefüges sind.

Der Kolkrabe ist einer der "wilden Nachbarn" in Gärten. © Hans Glader

Der Kolkrabe ist einer der “wilden Nachbarn” in Gärten. © Hans Glader

Wissen teilen, Vielfalt schützen

Ein besonderes Format ist das Online-Seminar „Wilde Nachbarn & Wilde Gärten“, das zeigt, wie Biodiversität direkt vor der Haustür beginnt. Von „Unkraut“ als Ressource bis zu lebendigen Gärten als Rückzugsräume entsteht ein neues Bewusstsein für das scheinbar Selbstverständliche.

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