Trotz Ablehnung durch Grün-Rot hat die Opposition die Bürgerversammlung als Minderheitenrecht durchgesetzt.
Die von ÖVP, Neos und FPÖ geforderte Bürgerversammlung zur Zukunft des Aumannplatzes wird trotz Ablehnung durch die grün-rote Mehrheit im Bezirksparlament nun doch stattfinden. Bezirksvorsteherin Silvia Nossek informierte die Bezirksvertretung darüber, dass dem gemeinsamen Verlangen der Opposition entsprochen werden wird.
Die Bürgerversammlung wird gemäß § 104c Wiener Stadtverfassung unter dem Titel „Neugestaltung des Aumannplatzes: Folgen für den Verkehr in ganz Währing und Evaluierung von kostengünstigeren Alternativen“ am Donnerstag, 5. November 2026, von 16:30 bis 19 Uhr im Pfarrsaal St. Gertrud, Gentzgasse 22-24, 1180 Wien, stattfinden.
Mitbestimmung der Bürger
Die Opposition sieht darin einen wichtigen Erfolg für die demokratische Mitbestimmung. In den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Bürger kritisch mit den vorliegenden Plänen auseinandergesetzt. Mehr als 3.000 Menschen haben ihre Sorgen und Anliegen zur geplanten Neugestaltung des Aumannplatzes in einer überparteilichen Online-Petition deutlich gemacht. Eine Bürgerversammlung bietet die notwendige Möglichkeit, noch offene Fragen transparent zu diskutieren.
Varianten prüfen
Die Evaluierung kostengünstigerer Alternativen muss daher ernsthaft geprüft werden. Angesichts der angespannten finanziellen Situation des Bezirks dürfen Investitionen dieser Größenordnung nicht ohne kritische Prüfung möglicher Alternativen erfolgen, meint man in der Opposition. Auch der ÖAMTC hat seine Stellungnahme zum Projekt abgegeben. Der Club begrüßt die geplante Aufwertung des Aumannplatzes zwar grundsätzlich, hat aber bezüglich des Verkehrsflusses ernste Bedenken. Verkehrsexperte Matthias Nagler:
„Bei der Verkehrsführung sind aus unserer Sicht noch Nachbesserungen notwendig. Mit dem aktuellen Konzept der Bezirksvorstehung sind bei höherem Verkehrsaufkommen Rückstaus jedenfalls vorprogrammiert.”
Konkret betrifft das den Kreuzungsbereich Türkenschanzstraße und Gentzgasse und danach folgend auch die Währinger Straße stadteinwärts.
„Eine generelle Einbahnregelung auf der Währinger Straße und der Gentzgasse – kombiniert mit einem Straßenbahngleis pro Fahrtrichtung – hätte das Potenzial, die Einkaufsstraße aufzuwerten, den Verkehrsablauf für alle Verkehrsteilnehmer spürbar zu verbessern sowie insgesamt mehr Platz zu schaffen.”
…hält Nagler fest.

