Hans Steiner über … spannende Fragen an die „künstliche Intelligenz“, das Thema des Sommers, nämlich die Fußball-WM in Trumpanien – und was wir Fans so über das Großereignis denken. Wir sind keineswegs blauäugig.
Die Begeisterung für das größte Sportereignis der Welt mag man noch nicht überall spüren, aber sie ist da. Bestätigt eine Umfrage von „Marketagent“. Die Agentur nennt es „Fußball-Fieber mit Beigeschmack“. So haben 75 % der rot-weiß-roten Männer und immerhin 41 % der Frauen Interesse am Ballgeflüster. Wobei drei Viertel der Fans unser Nationalteam sehen wollen und stolz auf die WM-Teilnahme sind. Da bin ich dabei.
Die Augenringe
Auch bei der grundlegenden Skepsis. 56 % -finden die Austragung in den USA, Kanada und Mexiko nicht so prickelnd. Wobei hier die Trump-Eskapaden durchschlagen, da Kanada gleichzeitig von 61 % als attraktiver -Gastgeber gesehen wird. Auch gegenüber der „gierigen“ FIFA gibt es Zweifel: Gleich 74 % haben kein Vertrauen in den Weltfußball-verband.
Das wirkliche Hauptproblem der diesjährigen WM ist aber die Zeitverschiebung und die teils mühsamen Anpfiffzeiten. Ich werd’ wohl -öfter mit Augen-ringen ins Büro gehen, nachdem ich die halbe Nacht im Dämmerschlaf zugeschaut habe. Wie die meisten Österreicher, denn acht von zehn WM-Interessierten machen Heim-TV. Da gewinnt Pyjama gegen -Public Viewing.
Witzige KI-Prognosen
Nun zum legendären Sager, der angeblich von George Bernard Shaw oder Winston Churchill ist: „Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen.“ Nicht einmal die KI-Tools sind ganz einig, wenn man nach -Titelchancen fragt. ChatGPT meint: „Wenn ich heute tippen müsste: Spanien ist für mich der wahrscheinlichste Weltmeister 2026.“ Kein Risiko. Lustig wird’s am Ende der Prognose: „Mein Bauchgefühl für das -Finale: Spanien vs. Frankreich – Sieger: Spanien!“ Ah ja, seit wann hat eigentlich eine KI ein Bauchgefühl?
Bei Google Gemini klingt die Prognose so: „Wenn man rein nach der aktuellen Form und Kaderbreite geht, ist ein Finale zwischen Frankreich und Spanien statistisch am wahrscheinlichsten. Aber wie wir wissen: Eine WM hat ihre eigenen Gesetze, besonders bei 48 Teams und -langen Reisewegen in Nordamerika“, so „Experte“ G. G.
Mein Bauchgefühl
Ich pfeif ja auf Statistiken und Wahrscheinlichkeiten, möchte einfach an Bra-silien glauben. Nach den Titeln 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002 soll Nummer sechs folgen. Teamchef Ancelotti soll eine -gescheite Pasta kochen und Samba tanzen lassen. Damit wenigstens ein Ita-liener bei der WM was reißt.
Zu den Zauberern vom Zuckerhut fällt mir noch ein Witz ein: „Wie viele Brasilianer braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? Ganz einfach: 23 – einer schraubt die Glühbirne rein, die anderen -gaberln.“ Oder zum Abschluss: „Was verstehen Männer eigentlich unter Romantik? Na ja, ein Fußballstadion bei Kerzenlicht.“ Auf dass unserem Nationalteam gegen Jordanien (17.6., 6 Uhr), Argentinien (22.6., 19 Uhr) und Algerien (28.6., 4 Uhr) das Licht leuchten möge.


