Am 3. Juli gehen in Wien die Schultüren zu und die großen Sommerferien beginnen. Für zehntausende Familien heißt das: Packen, einladen und ab auf die Autobahn Richtung Süden. Doch wer die Urlaubsreise mit dem eigenen Auto antritt, sollte das Budget für die Zwischenstopps an den Zapfsäulen genau kalkulieren. Eine aktuelle Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ zeigt zum Ferienstart ein gewaltiges Spritpreis-Gefälle in Europa. Während in manchen Ländern die 100-Euro-Marke für eine einzige Tankfüllung geknackt wird, lässt sich anderswo bares Geld sparen. Wir zeigen, wo die Spritfallen lauern und mit welchen einfachen Kniffen die Reisekasse geschont werden kann.
Es ist der Klassiker unter den österreichischen Urlaubsrouten: die Fahrt nach Bella Italia. Doch wer dieses Jahr nach Italien reist, erlebt an der Tankstelle eine teure Überraschung. Laut Bank Austria ist das Land für Touristen insgesamt zwar günstiger als Österreich – beim Kraftstoff gilt das aber keineswegs. Für eine 50-Liter-Tankfüllung Eurosuper zahlen Urlauber in Italien mit 92,50 Euro glatt zehn Euro mehr als in der Heimat. Beim Diesel fällt der Unterschied mit 97,40 Euro (plus 11,20 Euro) sogar noch heftiger aus.
Auch wer Richtung Westen nach Frankreich, Portugal, Deutschland oder in die Schweiz aufbricht, muss tiefer in die Tasche greifen als gewohnt. Unsere Schweizer Nachbarn halten mit umgerechnet stolzen 113 Euro für 50 Liter Diesel derzeit den absoluten Negativ-Rekord im Westen. Den teuersten Eurosuper zapft man hingegen in Dänemark (115,60 Euro) und den Niederlanden (110,30 Euro).
Aufatmen im Osten und Süden
Deutlich entspannter ist die Lage im zweitbeliebtesten Urlaubsland der Österreicher: Kroatien. Hier bringt der Urlaubseuro generell rund zehn Prozent mehr Kaufkraft. Beim Sprit ist der Unterschied zwar geringer, aber immerhin: 50 Liter Eurosuper sind in Kroatien um 1,60 Euro billiger als in Österreich, beim Diesel spart man einen Euro.
Richtig sparen können Autofahrer, die in Spanien, Slowenien oder in osteuropäischen Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei, Polen und Bulgarien unterwegs sind. Das absolute Spar-Paradies innerhalb der Europäischen Union bleibt Malta: Hier kostet das Volltanken mit Diesel gerade einmal rund 60,50 Euro. Wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickeln, hängt laut Experten maßgeblich von der Lage im Nahen Osten ab.
Mit dem 20-Prozent-Trick die Urlaubskasse retten
Egal, wohin die Reise letztendlich führt: Autofahrer sind den Preisen an den Zapfsäulen nicht hilflos ausgeliefert. „Was sich immer und in allen Urlaubsländern auszahlt, ist spritsparendes Fahren“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Durch ein angepasstes Mobilitätsverhalten lässt sich der Kraftstoffverbrauch um gut 20 Prozent senken.
Das Rezept dafür ist denkbar einfach: Vorausschauend fahren, frühzeitig den Fuß vom Gas nehmen und niedertourig schalten. Schon wer das Tempo auf Freilandstraßen auf maximal 80 km/h drosselt und auf der Autobahn gemütlich mit Tempo 100 oder 110 statt der erlaubten 130 km/h dahingleitet, spart enorm viel Geld.
Weitere Tipps vom VCÖ für den Urlaub:
- Dachboxen abbauen: Wer mit leichtem Gepäck reist, sollte die Dachbox zu Hause lassen. Der zusätzliche Luftwiderstand treibt den Verbrauch massiv in die Höhe.
- Klimaanlage mit Maß: Zu kalt eingestellt, mutiert die Klimaanlage zum echten Spritfresser.
- Öffis und Füße nutzen: Am Urlaubsort angekommen, schont jeder gesparte Kilometer das Budget. Kürzere Strecken zu Fuß verbrennen Kalorien und kosten nichts. Viele Hotels bieten zudem Gratis-Leihräder an, und in zahlreichen Tourismusregionen lässt sich der öffentliche Verkehr mit der Gästekarte kostenlos oder stark ermäßigt nutzen.
Der große Spritpreis-Check: 50 Liter im EU-Vergleich
Hier finden Sie die aktuellen Preise für eine 50-Liter-Tankfüllung im Vergleich zu Österreich (Basis: Daten der EU-Kommission, Stand Juni 2026).
Eurosuper (Benzin)
| Land | Preis für 50 Liter | Differenz zu Österreich |
| Dänemark | 115,60 € | + 33,10 € |
| Niederlande | 110,30 € | + 27,80 € |
| Finnland | 107,60 € | + 25,10 € |
| Schweiz | 102,20 € | + 19,70 € |
| Frankreich | 97,60 € | + 15,10 € |
| Griechenland | 96,60 € | + 14,10 € |
| Portugal | 94,10 € | + 11,60 € |
| Deutschland | 93,50 € | + 11,00 € |
| Italien | 92,50 € | + 10,00 € |
| Lettland | 89,90 € | + 7,30 € |
| Irland | 89,70 € | + 7,20 € |
| Großbritannien | 88,90 € | + 6,40 € |
| Belgien | 88,40 € | + 5,90 € |
| Litauen | 84,30 € | + 1,80 € |
| Estland | 82,80 € | + 0,30 € |
| Slowakei | 82,70 € | + 0,20 € |
| ÖSTERREICH | 82,50 € | Basiswert |
| Luxemburg | 82,40 € | – 0,10 € |
| Ungarn | 81,80 € | – 0,70 € |
| Rumänien | 81,70 € | – 0,80 € |
| Serbien | 81,40 € | – 1,10 € |
| Kroatien | 80,90 € | – 1,60 € |
| Tschechien | 80,20 € | – 2,30 € |
| Slowenien | 80,00 € | – 2,50 € |
| Zypern | 77,00 € | – 5,50 € |
| Schweden | 76,80 € | – 5,70 € |
| Bulgarien | 74,80 € | – 7,70 € |
| Spanien | 73,00 € | – 9,50 € |
| Polen | 69,00 € | – 13,50 € |
| Malta | 67,00 € | – 15,50 € |
Diesel
| Land | Preis für 50 Liter | Differenz zu Österreich |
| Schweiz | 113,00 € | + 26,80 € |
| Finnland | 108,60 € | + 22,40 € |
| Niederlande | 101,60 € | + 15,40 € |
| Großbritannien | 100,00 € | + 13,80 € |
| Dänemark | 99,00 € | + 12,80 € |
| Italien | 97,40 € | + 11,20 € |
| Frankreich | 94,50 € | + 8,30 € |
| Belgien | 93,00 € | + 6,80 € |
| Serbien | 92,50 € | + 6,30 € |
| Irland | 90,40 € | + 4,20 € |
| Lettland | 89,30 € | + 3,10 € |
| Portugal | 89,00 € | + 2,80 € |
| Litauen | 88,20 € | + 2,00 € |
| Deutschland | 86,50 € | + 0,30 € |
| Rumänien | 86,40 € | + 0,20 € |
| ÖSTERREICH | 86,20 € | Basiswert |
| Slowenien | 85,50 € | – 0,70 € |
| Kroatien | 85,20 € | – 1,00 € |
| Schweden | 85,10 € | – 1,10 € |
| Zypern | 84,40 € | – 1,80 € |
| Ungarn | 84,00 € | – 2,20 € |
| Griechenland | 82,00 € | – 4,20 € |
| Luxemburg | 81,20 € | – 5,00 € |
| Estland | 79,80 € | – 6,40 € |
| Bulgarien | 77,00 € | – 9,20 € |
| Spanien | 76,90 € | – 9,30 € |
| Slowakei | 76,30 € | – 9,90 € |
| Tschechien | 73,70 € | – 12,50 € |
| Polen | 70,20 € | – 16,00 € |
| Malta | 60,50 € | – 25,70 € |
Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2026

