Stadt Wien präsentierte Demenz-Strategie

(C) unsplash: Rund 30.000 Wiener sind von Demenz betroffen.
(C) unsplash: Rund 30.000 Wiener sind von Demenz betroffen.

Das Risiko, an Demenz zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Derzeit sind rund 30.000 Wienerinnen und Wiener betroffen, bis zum Jahr 2050 wird sich laut Prognosen diese Zahl verdoppeln. Am Dienstag präsentierte Gesundheitstadtrat Peter Hacker mit der Seniorenbeauftragen der Stadt Wien Sabine Hofer Gruber die Demenzstrategie der Stadt. Damit ist Wien die erste Stadt in Österreich mit einer eigenen Strategie, die sich insbesondere mit den Herausforderungen einer Großstadt auseinandersetzt.

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Selbstbestimmung als Schlüssel

Unter Demenz versteht man gemeinhin eine Bandbreite an Erkrankungen, die u.a. eine allmähliche Abnahme des Denk- und Erinnerungsvermögens verursachen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Andere Arten von Demenz sind Lewy-Körperchen-Demenz, frontotemporale Demenz und vaskuläre Demenz.

Betroffene und deren Angehörige stehen mit der Diagnose vor großen Herausforderungen. Mit der Wiener Demenzstrategie möchte die Stadt nun Orientierung für ein gutes Leben mit der Krankheit geben. „Neben guter medizinischer Versorgung und pflegerischer Betreuung ist es ganz zentral, die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz zu erhalten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich zu gewährleisten. Auf Basis der Wiener Demenzstrategie werden in den nächsten Jahren Lösungen erarbeitet und weitere Angebote geschaffen – mit dem klaren Ziel, 2035 eine der demenzfreundlichsten Städte der Welt zu sein.“, so Stadtrat Hacker.

Bewusstsein schaffen

Das Herzstück der Demenzstrategie ist die Bewusstseinsbildung. „Damit schaffen wir Solidarität zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern“, so Stadtrat Hacker. „Bewusstsein fördert die Teilhabe von Betroffenen und ihren Bezugspersonen in ihrem direkten Lebensumfeld. Bewusstsein schafft neue Möglichkeiten und führt zu einem niederschwelligen Zugang zahlreicher Unterstützungsangebote – und es ist essenziell, um Wien noch demenzfreundlicher zu gestalten.“

Das Strategiepapier wurde von Expertinnen und Exoerten aus rund 70 Organisationen gemeinsam mit Betroffenen und deren Bezugspersonen erarbeitet. Koordiniert wurde die Entwicklung der Wiener Demenzstrategie im Rahmen der Plattform Demenzfreundliches Wien vom Team der Seniorenbeauftragten der Stadt Wien, Sabine Hofer-Gruber.