Manche Menschen haben sonntags einfach Appetit auf etwas Süßes. Ein bisschen Torte, vielleicht ein Kaffee, eventuell noch ein Stück Strudel für danach. Ein 57-jähriger Österreicher hat diesen Heißhunger am Sonntagmittag allerdings auf ein völlig neues, finanzielles Level gehoben – und sich damit ein Ticket direkt in die Zuckerentzugszelle der Justiz eingehandelt. Das Protokoll eines epischen Konditorei-Besuchs.
Es ist der 28. Juni 2026, Punkt 12:00 Uhr mittags. Ort des Geschehens: Eine Konditorei direkt am Wiener Hauptbahnhof im 10. Bezirk. Ein 57-jähriger Herr betritt das Lokal, offensichtlich geplagt von erheblichem Appetit. Er bestellt, schlemmt und genießt. Am Ende zeigt die Waage der kulinarischen Sünden einen beachtlichen Betrag: Exakt 92,90 Euro stellte die Konditorei dem hungrigen Gast in Rechnung. Für diesen Betrag muss man in einer klassischen Zuckerbäckerei schon ordentlich zugreifen.
Das bittere Erwachen folgte allerdings prompt beim Servieren der Rechnung. Der Herr war zwar voll mit Leckereien, seine Geldbörse hingegen komplett leer. Bezahlen? Unmöglich. Da der Herr die stattliche Summe nicht aufbringen konnte, verständigten die sichtlich konsternierten Mitarbeiter der Konditorei den Polizeinotruf.
Ein alter Bekannter beim süßen Betrug
Die herbeigeeilten Beamten der Polizeiinspektion Am Hauptbahnhof übernahmen den Fall und erlebten ein rasches Déjà-vu. Bei der Überprüfung der Personalien des 57-jährigen Österreichers stellte sich nämlich schnell heraus: Der Mann ist kein unbeschriebenes Blatt, sondern ein echter Wiederholungstäter in Sachen Gaumenfreuden auf Staatskosten. Er ist den Behörden bereits mehrfach wegen genau solcher gleichgelagerter Betrugshandlungen amtsbekannt.
Mit dem Argument „Mir hat es halt so gut geschmeckt“ kam der Serien-Schlemmer diesmal nicht mehr davon. Aufgrund des glasklaren und altbekannten Tatverdachts verstand der Journaldienst der Staatsanwaltschaft Wien überhaupt keinen Spaß mehr und ordnete die sofortige Festnahme des Mannes an.
Das Fazit des Tages: Das Kaffeekränzchen endete für den 57-Jährigen statt mit einer süßen Melange mit harten Handschellen. Die nächste Mahlzeit wird es für den bekannten Feinschmecker nun wohl in der Justizanstalt geben – und dort ist das Menü im Vergleich zur Konditorei am Hauptbahnhof erfahrungsgemäß deutlich weniger exquisit.

