Windel voll, aber kein geeigneter Platz zum Wickeln? Für Eltern mit Kleinkindern kann der Spielplatzbesuch zur unfreiwilligen Akrobatik werden. Im 15. Bezirk wird jetzt über ein Pilotprojekt diskutiert.
Einmal schnell zum Spielplatz – und dann das: Das Kind braucht dringend eine frische Windel. Einen geeigneten Platz gibt es allerdings nicht. Also wird der Kinderwagen zur improvisierten Wickelstation.
Genau diese Situation will Sabine Keri, Familiensprecherin der Volkspartei, künftig vermeiden. Gemeinsam mit dem Rudolfsheim-Fünfhauser Parteiobmann Felix Ofner fordert sie öffentliche Wickeltische auf Spielplätzen.
„Akrobatik-Einlagen“
„Welche Eltern kennen nicht die Akrobatik-Einlagen, wenn man versucht, sein Kind im Kinderwagen zu wickeln?“, sagt Keri. Ihre Forderung: Wickeltische, Stillbänke und kleinkindgerechte Toiletten sollen künftig zur Standardausstattung von Spielplätzen gehören.
Andere Städte weiter
Dass öffentliche Wickeltische im Freien funktionieren, zeigt der Blick nach Bregenz und Innsbruck. Dort können Kinder geschützt vor direkter Sonne und in angenehmer Höhe gewickelt werden. Sichtschutz soll zudem für die nötige Privatsphäre sorgen.
Auch an die Hinterlassenschaften wird gedacht: Die Wickeltische befinden sich entweder in der Nähe eines Mistkübels oder verfügen über einen eigenen Abfallbehälter.

Pilotprojekt im 15. Bezirk
Jetzt soll Wien nachziehen. Besonders Rudolfsheim-Fünfhaus steht im Fokus. Die ÖVP hat in der Bezirksvertretung bereits einen Antrag für öffentliche Wickeltische eingebracht. Dieser wird derzeit im zuständigen Ausschuss beraten.
Ofner sieht im 15. Bezirk ideale Voraussetzungen für ein Pilotprojekt. Sein Ziel: Rudolfsheim-Fünfhaus soll zum „familienfreundlichsten Bezirk in Wien“ werden.

