Der chaotische Umbau des Aumannplatzes wird durch ein umstrittenes Projekt noch getoppt. Eine Petition gegen das Projekt und massive Leserbeschwerden.
Seit dem notwendigen Umbau der Gleisanlagen der Linien 40 und 41 rund um den Aumannplatz ist eine hitzige Diskussion entstanden. Dies nicht nur wegen der Straßensperren und der entsetzlich gestalteten Umleitungen der Tramway-Linien und des Autoverkehrs, sondern auch über die bevorstehende umstrittene Zukunftsvision des Aumannplatzes. Geplant ist nämlich hier vom Bezirk und der Stadt eine Erweiterung des Parks und eine Fußgängerzone statt einem Teil der Währingerstraße. Seither gibt es eine Petition gegen die Umbaupläne die bisher von fast 1.700 Währingerinnen und Währingern unterschrieben wurde.
Proteste
Zahlreiche Leserbriefe gegen den Umbau sind in der Folge in der Redaktion des Wiener Bezirksblattes eingegangen. Einen der Briefe, der die Probleme genau aufzeigt, hat der Steuerberater Dr. Heinrich Madjera verfasst. Die Redaktion gibt den Inhalt gerne weiter:
Leserbrief
„Ich wohne zwei Häuser vom Aumannplatz entfernt und sehe in den von der Bezirksvorstehung geplanten Änderungen des Aumannplatzes massive Beeinträchtigungen der Anrainer. Vor Allem, was den Verkehr betrifft. Zunächst sollen mindestens 30 Parkplätze wegfallen, was sehr viele Bewohner trifft und in der gesamten Nachbarschaft zu extremem Unmut führt. Weiters ist stadteinwärts zu Stoßzeiten ein permanenter Stau vorprogrammiert. Während jetzt über die Währingerstraße stadteinwärts quasi ein „bypass“ an der Straßenbahn vorbei besteht, wird es danach einen besonders problematischen Schwenk von der Währingerstraße zur Gentzgasse und zurück geben. Dies hat mehrere Konsequenzen. Zum einen befindet sich in der Gentzgasse eine Straßenbahnhaltestelle. Diese wird zu Stoßzeiten (insbesondere im Morgenverkehr) den Individualverkehr stark behindern, zumal wenn, was zu hoffen ist, die Straßenbahn in einem dichten Takt verkehrt. Auch für die Fußgänger wird der auf dieser Strecke verdichtete Verkehr keinesfalls angenehmer. Von der Abgasbelastung durch die Staus ganz zu schweigen.“
Was wird entschleunigt?
„In diesem Zusammenhang von einer „Entschleunigung des Verkehrs“ zu sprechen kann man nur als blanken Zynismus empfinden. Und dass Staus mit den verbundenen Abgasen die Lebensqualität verbessern ist mir neu. Auch dass für kranke und gehbehinderte Personen die Apotheke und das Sanitätsgeschäft nicht mehr gut erreichbar sind ist offenbar überhaupt kein Thema. Dies gehört aber zu einer guten Versorgung. Dem ziemlich großen Schaden steht ein zweifelhafter Nutzen gegenüber. Im Konzept ist ein skurriles und planloses Potpourri unausgegorener Ideen projektiert. So zum Beispiel eine Minibühne vor einem Wasserbecken! Auf der Parkfläche sind bewusst wenig Bäume geplant, damit man Gründe hat diese Bäume auf Verkehrsflächen zu platzieren. Kein Wunder, dass sich die verantwortlichen Politiker keiner echten Diskussion und Bürgerbeteiligung stellen. Statt intransparenten Fragebögen für die eigene Zielgruppe sollte es eine echte Befragung geben. Idealerweise nachdem für ein bis zwei Monate die in Aussicht genommene Verkehrssituation durch Fahrverbote simuliert wird, um die Auswirkungen zu prüfen. Danach sollten die Bürger am Wort sein. Denn viele Lobhudeleien halten einem Realitätscheck nicht stand. So habe ich in der hochgelobten Beruhigungszone in der Antonigasse noch nie eine Person sitzen sehen. Daher sollte eine grüne Partei, der angeblich Basisdemokratie ein Anliegen ist, diese auch ernsthaft leben und nicht mit einem Konzept, dessen Tauglichkeit ungeprüft und kaum zu erweisen ist über die Bevölkerung drüberfahren.“



