Mit einer eindrucksvollen Premiere von Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ sind die 37. Opernfestspiele BURG GARS fulminant in die neue Saison gestartet.
Vor der historischen Kulisse der Babenberger Burg erlebte das Publikum einen Opernabend voller großer Emotionen – und einen unerwarteten Zwischenfall, der eindrucksvoll zeigte, wie wichtig Professionalität und gute Vorbereitung im Live-Betrieb sind.
Intendant setzt klares Zeichen
Bereits zu Beginn der Premiere richtete Intendant Clemens Unterreiner das Wort an das Publikum. Als Leiter des einzigen akustisch unverstärkten Opernfestivals Österreichs sprach er auch die aktuelle Diskussion rund um Einsparungen im Kulturbereich an. Kunst müsse ihren Beitrag leisten, betonte Unterreiner, gleichzeitig sei Kultur weit mehr als ein Luxusgut – sie sei ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.
Opernkrimi auf offener Bühne
Für zusätzliche Spannung sorgte ein unerwarteter Zwischenfall bereits im ersten Akt. Tenor Vitaliy Kovalchuk kämpfte trotz einer akuten schweren Allergie zunächst tapfer weiter, musste die Aufführung schließlich jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.
Dank des neuen Doppelbesetzungs-Konzepts konnte rasch reagiert werden: Gabriel Arce wurde kurzfristig auf die Burg gebracht und übernahm nahezu ohne Vorwarnung die anspruchsvolle Rolle des Pinkerton. Der junge Tenor meisterte seinen Einsatz mit Bravour und wurde gemeinsam mit Kovalchuk vom Publikum mit großem Applaus bedacht.
Musikalisch auf höchstem Niveau
Auch musikalisch überzeugte die Produktion auf ganzer Linie. Dirigent Karsten Januschke führte das Orchester der Oper BURG GARS mit viel Feingefühl durch Puccinis Meisterwerk und sorgte gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern für eine klangvolle und differenzierte Interpretation.
Regisseur Matthias von Stegmann verzichtet in seiner Inszenierung bewusst auf folkloristische Klischees und setzt stattdessen auf starke Figurenzeichnung und emotionale Tiefe. Unterstützt von der stimmungsvollen Lichtregie entstand auf den historischen Burgmauern eine beeindruckende Atmosphäre.
Kristiane Kaiser überzeugt als Butterfly
Besonders gefeiert wurde Kammersängerin Kristiane Kaiser in der Titelrolle der Cio-Cio-San. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und ihrer intensiven Darstellung berührte sie das Publikum sichtbar. Auch Daria Sushkova als Suzuki, Paolo Rumetz als Sharpless sowie Chor und Ensemble überzeugten mit starken Leistungen.
Standing Ovations zum Premierenfinale
Am Ende bedankte sich das Publikum mit minutenlangen Standing Ovations für einen außergewöhnlichen Opernabend. Die Premiere zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und bewegend Oper unter freiem Himmel sein kann – und dass auch unerwartete Herausforderungen mit Professionalität gemeistert werden können.
Die Oper BURG GARS spielt „Madama Butterfly“ noch bis 1. August 2026 auf der Babenberger Burg in Gars am Kamp.





