Dreister Coup in Wien! Ein 75-jähriges Opfer soll um ihre gesamten Ersparnisse gebracht worden sein – rund 70.000 Euro sind nach einem perfiden Telefontrick verschwunden. Jetzt klickten für einen mutmaßlichen Abholer die Handschellen.
Die Masche klingt wie aus einem Krimi: Ein bislang unbekannter Anrufer soll sich bei der 75-Jährigen als Leiter des Landeskriminalamts Wien ausgegeben haben. Seine Warnung: Das Geld der Frau sei in ihrem Bankschließfach in der Donaustadt angeblich nicht mehr sicher.
Die Seniorin folgte den Anweisungen. Sie holte ihre Ersparnisse aus dem Schließfach und übergab das Bargeld schließlich einem Mann, der sich als Polizist ausgab.
70.000 Euro Beute
Die Ermittler ließen nicht locker. Nach intensiven Untersuchungen gelang es Beamten des Landeskriminalamts Wien, einen 35-jährigen österreichischen Staatsbürger als dringenden Tatverdächtigen auszuforschen.
Am Freitagmorgen schlug die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) zu. Die Beamten nahmen den Mann an seiner Wohnadresse in Meidling fest.
Schlagringe und E-Schocker
Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung machten die Ermittler zudem einen brisanten Fund: zwei Schlagringe, einen Elektroschocker und eine geladene Faustfeuerwaffe. Besonders heikel: Gegen den Verdächtigen bestand bereits ein aufrechtes behördliches Waffenverbot.
Der 35-Jährige wurde wegen des Verdachts des schweren Betrugs im Rahmen einer kriminellen Organisation sowie nach den Bestimmungen des Waffengesetzes angezeigt. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er in eine Justizanstalt eingeliefert.
Die Polizei warnt
Doch der Fall ist noch nicht abgeschlossen, es wird nach Mittätern gesucht. Und die Polizei appelliert eindringlich an die Bevölkerung: Polizisten holen niemals Bargeld oder Wertgegenstände ab, um sie angeblich sicher aufzubewahren.
Wer am Telefon nach Bargeld, Schmuck, Wertgegenständen oder Kontoguthaben fragt, sollte sofort misstrauisch werden. Auch persönliche Angaben zu den eigenen finanziellen oder familiären Verhältnissen sollten keinesfalls preisgegeben werden.
Im Zweifel gilt: Gespräch beenden, nichts übergeben und sofort die Polizei verständigen.

