Mit einer Online-Petition und einer Demonstration haben sich Währinger Bürger und Anrainer sowie einige Politiker von drei im Bezirksparlament vertretenen Parteien gegen das umstrittene rot-grüne Umbauprojekt für den Aumannplatz zur Wehr gesetzt …
2.500 Unterschriften haben die Organisatoren einer Petition gegen das Projekt der grünen Bezirksvorsteherin Silvia Nossek bereits gesammelt. Und täglich werden es mehr. Denn der Lehrer Dieter Granser und der Schauspieler Thomas Sigwald haben am Donnerstag, den 10. September, eine Demonstration mit einer zweistündigen Sperre der Währinger Straße zur Frühverkehrsspitze im Bereich des Aumannplatzes organisiert.
Die Demo sollte zeigen, was die Verkehrsteilnehmer erwartet, wenn das 3,5 Millionen Euro teure Projekt umgesetzt werden sollte. Rund 250 Personen sind um 7.30 Uhr unter Polizeibegleitung zur Veranstaltung gekommen. Mit Schildern und Trillerpfeifen wurde der Protest kräftig unterstützt. Wichtigster Aspekt waren aber die Diskussionen mit Anrainern und den staugeplagten Autofahrern. Mit der Straßensperre wollte man nämlich auch die nach dem Umbau des Aumannplatzes zu erwartende Verkehrssituation provozieren. Und das ist vollauf gelungen, denn die Fahrzeuge standen bis weit über das Gersthofer Platzl hinaus. Und das alles soll mit der geplanten Fußgängerzone dann Alltag werden, meinte Demo-Mitorganisator Sigwald.
Verkehrsstillstand
Der Tenor der Aussagen der Aktivisten: Die Umleitung des Verkehrs von der Währinger Straße in die Gentzgasse und dann wieder zurück in die Währinger Straße würde neue Unfallgefahren auf wichtigen Schulwegen mit sich bringen und für einen Dauerstau sorgen. Der Grund: Der Autoverkehr müsste sich die Gentzgasse mit den im 5- bis 7-Minuten-Takt verkehrenden Zügen der Linien 40 und 41 teilen. Also alle zwei bis drei Minuten ein Zug, der dann im Stationsbereich enorme Behinderungen verursachen und im Stau wohl kaum seinen Fahrplan einhalten könnte. Denn die dann gekappte Zufahrt zu den Bezirken 19 und 21 über die Gentzgasse würde das Stauchaos in der Währinger Straße noch verschlimmern. ÖVP und FPÖ votieren daher gegen das Umbauprojekt. Die NEOS sind ebenfalls dagegen, allerdings wegen der hohen Kosten!
Störungen
Zu zwei kleinen Störungen kam es beim Protest, weil eine Anrainerin mit ihrem Kleinkind und einem Plakat vor die Demonstranten trat. Auf dem Schild stand: „Grün statt Grau“. Ein Demonstrant entgegnete: „Und das im Nahbereich von zwei Parkanlagen. Bitte instrumentalisieren Sie nicht Ihre Kinder!“ Ein Bezirksrat der Grünen diskutierte mit den am Rand stehenden Demo-Teilnehmern und unterstrich die angeblichen Vorzüge des Projekts: eine WC-Anlage, neue Bäume und Schanigärten …



