Schluss mit Pizza auf dem Radweg! Ab 1. Oktober werden die bisher als Fahrräder behandelten E-Mopeds zu waschechten Kraftfahrzeugen. Für die beliebten Liefer-Flitzer heißt das: Runter vom Radweg – ab auf die Straße!
Bisher sausten die E-Mopeds mit Pizza, Burger und Co. über Radwege. Damit ist jetzt Schluss. Die Fahrzeuge der Klasse L1e-B werden künftig rechtlich wie Mopeds behandelt.
Und das bringt einiges mit sich: Kennzeichen, Haftpflichtversicherung, Führerschein und Sturzhelm werden Pflicht. Außerdem müssen die Fahrzeuge regelmäßig begutachtet werden.
Pizza ja, Radweg nein
Besonders hart trifft die neue Regelung die Essenszusteller. Viele werden künftig auf Fahrräder und E-Bikes umsteigen.
Damit der Wechsel nicht zum Verkehrschaos führt, legt das Mobilitätsministerium nach: Von 2026 bis 2029 werden österreichweit freiwillige Verkehrssicherheitstrainings für Zusteller angeboten. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorrangregeln, Verkehrszeichen und das richtige Verhalten gegenüber Fußgängern, Öffis und parkenden Autos.
Das Motto der Kurse: „Sicher und rechtskonform unterwegs – auch unter Zeitdruck.“
50 Euro fürs sichere Radeln
Auch die großen Lieferplattformen ziehen mit. Lieferando & Co wollen die Kurse bewerben und die Teilnahme jeweils mit 50 Euro unterstützen. foodora geht sogar noch weiter: Ab 1. Oktober soll die gesamte Flotte auf Fahrräder und E-Bikes umgestellt sein. Dafür investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben einen siebenstelligen Betrag in den Umstieg.
Lieferando bringt es gewohnt pointiert auf den Punkt: „Safety first, Pizza second.“
Schluss mit E-Moped-Wildwest
Der Gesetzgeber will mit der Neuregelung vor allem eine bisherige Grauzone beseitigen. E-Mopeds sind künftig rechtlich klar Kraftfahrzeuge – mit allen dazugehörigen Pflichten.
Direktor Christian Schimanofsky vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) warnt allerdings, dass es bei E-Moped-Nutzern derzeit noch Wissenslücken gibt.
Wien begrüßt die Regelung
Und Wiens Mobilitätsstadträtin Ulli Sima begrüßt die Neuregelung ausdrücklich: “All dies erhöht die Sicherheit auf Wiens Radwegen, denn E-Mopeds waren in vielen Fällen viel zu schnell unterwegs und sind auch aufgrund ihres Gewichts eine echte Gefahr für Radfahrende und Fußgänger. Wir haben uns als Stadt Wien lange dafür stark gemacht!”

