Die Ausstellung von Künstlerin Haras Ananas lässt ein wunderbar flüchtiges Gefühl in die Galerie des Salon Ananas in Ottakring einziehen. Mit einem Augenzwinkern in Richtung heiße Sommertage widmet sich die Schau dem Dahinschmelzen von Erinnerungen.

Was wäre ein Sommertag ohne Genuss? Die Grafik zur gleichnamigen Ausstellung: Brickerl & Bier – Das gönn ich mir! © Haras Ananas
Wenn’s Brickerl rinnt und die Erinnerung langsam im Bier verschwimmt
Was bleibt von einem Sommer? Vielleicht ein klebriges Eis in der Hand, ein lauwarmes Bier am Abend – oder bloß eine vage Erinnerung daran. Die Linzer Künstlerin Haras Ananas geht dieser Flüchtigkeit in ihrer Ausstellung „Brickerl & Bier – Das gönn ich mir!” nach.
Ein sinnliches Kunsterlebnis, kühl inszeniert und doch voller Hitze, zwischen Comics, Installationen, Handtüchern für die Füße, scheinbar schmelzenden Objekte und pointierten Bildgeschichten. Darin erzählt Haras Ananas von vagen Erinnerungen, kurzen Momentaufnahmen – gleichgültig, ob sie wirklich so waren oder eben nicht.
Die Ausstellung ist eine augenzwinkernde Einladung, sich dem Sommer hinzugeben, bevor er wieder wie eine flüchtige Erinnerung verschwindet.

Kraut klaut © Haras Ananas
Haras Ananas: Aus Alltagsbeobachtungen werden Comics und Illustrationen
Hinter dem Künstlernamen Haras Ananas steckt Sarah Maria Schmidt, deren Arbeiten aus präzisen Alltagsbeobachtungen wachsen. Urbane Begegnungen, kleine Spannungen zwischen Menschen, beiläufige Szenen – all das sammelt sie zunächst in Skizzenbüchern, um daraus neue visuelle Erzählungen zu formen.
Ihr Schaffensspektrum ist bewusst breit: von Comics über Sticker bis hin zu Rauminstallationen. Dabei bleibt Haras Ananas persönliche, künstlerische Handschrift stets spürbar, die Humor mit feinem Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken verbindet. Auch ihr Engagement in der Linzer Druck- und Comicszene prägt ihre Werke.

Ein kleines, feines Juwel lebendiger Gräzlkultur: Salon und Galerie Ananas in der Ottakringer Straße. ©facebook.com/wienleiwand
Salon Ananas verbindet Schmäh und Kunst in einer der kleinsten Galerien Wiens
Mitten in Ottakring hat sich der Salon Ananas in kürzester Zeit zu einem Ort entwickelt, in dem Wiener Grätzlkultur, liebevoll gestaltete Bücher, Druckwerke, zeitgenössische Grafik und Objekte einen Raum für Präsentation finden.
Gegründet von dem leidenschaftlichen Verleger Clemens Ettenauer, versteht sich der dazugehörige Ananas Kunstverlag als Plattform für kreative Projekte. Bewusst klein gedacht, mit einem klaren Bekenntnis zu regionaler Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit in der Produktion.
Die angeschlossene Galerie – gerade einmal 13 Quadratmetern und eine der kleinsten in der Stadt – setzt gezielt auf Illustration und Komische Kunst. Genau das macht den Reiz aus, denn der Ort lässt Intimität zu und macht so das kreatives Schaffen für Besucher nahbar.
Und warum heißt der Salon eigentlich Ananas, wenn eine Erdbeere als Logo zu sehen ist? Ganz einfach: Weil die Oma immer Ananas dazu gesagt hat. – Eine herrlich wienerische Erklärung.
Haras Ananas: „Brickerl & Bier – Das gönn ich mir!”
1.-30. Mai 2026 (Vernissage: 30. April, 18 Uhr)
Salon Ananas
Ottakringer Straße 135, 1160 Wien
Mo.-Fr., 10-18.30 Uhr, Sa., 10-16 Uhr
Eintritt frei!