Alarm am Weltdrogentag

15.500 Wiener auf Koks – Jugend greift immer früher zu

Advertorial

Von der Redaktion empfohlen

Es sind Zahlen, die tief in die dunklen Ecken der Stadt blicken lassen. Pünktlich zum Weltdrogentag schlagen Experten Alarm. Die Daten aus der Kanalisation lügen nicht: Die Kokainkonzentration im Wiener Abwasser ist im Jahr 2025 um ein sattes Drittel gestiegen. Die Droge ist im urbanen Raum präsenter denn je – und die Qualität auf dem Schwarzmarkt erreicht gefährliche neue Höhen.

Der Befund von Wiens Drogenkoordinator Ewald Lochner im ORF-Radio Wien ist eindeutig: Kokain kommt in der Stadt nicht nur in weitaus größeren Mengen vor, sondern drängt auch immer reiner und in deutlich höherer Qualität auf den Markt. Das macht den Konsum unberechenbarer und das Suchtrisiko massiver.

Weißer Rausch holt auf

Wie groß die Szene tatsächlich ist, zeigt eine aktuelle Schätzung der Gesundheit Österreich GmbH für 2025. Demnach haben bundesweit knapp 40.000 Menschen zu Kokain gegriffen – allein 15.500 davon in Wien. Zum Vergleich: Die Zahl der alkoholkranken Personen in der Hauptstadt liegt laut Lochner bei etwa 80.000. Auch wenn Alkohol damit das dominierende Suchtproblem bleibt, holt der weiße Rausch rasant auf. Für den Drogenkoordinator bleibt die wichtigste Aufgabe daher unverändert: „Möglichst viele Betroffene in Behandlung zu bringen.“ Ein Schlüssel dazu sei die kontinuierliche Verbesserung von Substitutionstherapien.

Jugend in der Krise: Psychologische Folgen

Anlässlich des Weltdrogentags meldet sich auch der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) zu Wort und verweist auf die zentrale Rolle der Psychologie bei der Prävention und der Bewältigung von Abhängigkeiten.

Besonders Sorge bereitet den Experten die jüngste Generation. Seit den multiplen Krisen der letzten Jahre – von der Covid-19-Pandemie über den Ukrainekrieg bis hin zur Klimakrise – ist bei Jugendlichen ein deutlicher Anstieg des risikoreichen Drogenkonsums zu beobachten. Die Substanzen dienen oft als vermeintliches Ventil für psychische Belastungen.

„Besonders bei Jugendlichen kann regelmäßiger risikoreicher Drogenkonsum schwerwiegende Folgen haben, da sich Gehirn und Persönlichkeit noch in Entwicklung befinden“, warnt BÖP-Präsidentin Beate Wimmer-Puchinger in einer aktuellen Aussendung. Eine frühzeitige Prävention und rasche, unbürokratische Unterstützung bei den ersten Anzeichen psychischer Krisen seien daher absolut essenziell, um eine Chronifizierung der Sucht zu verhindern.

Netz aus Beratung und Unterstützung

Niemand muss mit der Sucht oder psychischen Belastungen allein bleiben. Für Betroffene und Angehörige steht in Österreich ein dichtes Netz an Hilfsangeboten bereit:

  • Spezialisierte Hilfe: Auf Abhängigkeiten spezialisierte Klinische Psychologen sowie Gesundheitspsychologen lassen sich schnell über das Online-Portal www.psychnet.at finden.
  • Für die Jugend: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zu einem Alter von 21 Jahren erhalten über das bundesweite Projekt „Gesund aus der Krise“ rasche und komplett kostenlose Beratungs- und Behandlungsangebote.
  • Suchtberatung: Darüber hinaus bieten die Suchtberatungsstellen der einzelnen Bundesländer, die Suchthilfe Wien, das Anton Proksch Institut sowie die Angebote von pro mente flächendeckend Information, diskrete Beratung und tatkräftige Unterstützung an.
- Anzeige -
- Anzeige -

Neueste Beiträge

Meistgelesen