Liebe Leute, ich bin so was von gut drauf, dass es fast schon geschäftsschädigend ist. Bin tiefenentspannt. Keine noch so deprimierende Nachricht („Kunde ist leider insolvent und kann den Jahresauftrag nicht bezahlen“) bringt mich aus dem Lot. Solange ich nur äh … arbeiten darf.
Versteht mich nicht falsch. Ich habe die hinter mir liegenden Urlaubswochen genossen. Zum Beispiel in den seltenen Momenten, in denen die geliebte Sippe aus dem Haus war. Da lag ich dann, erschöpft von den Mühen des Urlaubsalltags, auf einem in der Gegend rumstehenden Liegestuhl, ungeachtet, zu wem er gehörte, und beamte mich mental in einen selbstbestimmten Tag zurück.
Um ehrlich zu sein, bin ich daheim lieber die Herausgeberin als die Chefin vom Dienst. Ich sorge für alle ausreichend. Es ist immer was zu essen im Kühli (kochen kann man ab 12 gut selbst), das eigenfinanzierte Dach über den Köpfen ist dicht, für die regelmäßige Wartung des Haushalts, der Wäsche und der Psyche aller Mitbewohner sorge ich großzügig und gerne.
In einem Ferienhaus auf einer sandigen Mittelmeer-Insel ist derjenige Chef vom Dienst, den der Staub und der leere Kühlschrank am meisten stören. Derjenige, der den Wassermangel nicht freudig zum Anlass nimmt, um zum Duschen drei Wochen lang ins Meer zu springen. Was für ein Zufall, dass solche Kleinigkeiten nur mich stören. Aber jetzt! I’m back on track! Ich darf wieder ins Büro, darf essen und schlafen, wann ich will, und aus der Dusche kommt ein richtiger Wasserstrahl. Leute, das Leben nach dem Urlaub ist ein Hit!


