Nie wieder unnötig lange auf Grün warten? An einer neuen Kreuzung in Floridsdorf soll genau das möglich werden. Eine intelligente Ampel erkennt, wenn jemand die Straße überqueren möchte – und reagiert automatisch.
Wer kennt es nicht: Man steht an einer roten Ampel, weit und breit kein Auto – und trotzdem heißt es warten. Genau solche Situationen soll eine neue „smarte“ Ampel in Floridsdorf künftig reduzieren.
Seit einigen Wochen ist das System an der Kreuzung Donaufelder Straße, Theodor-Körner-Gasse und Plankenbüchlergasse im Einsatz. Eine Kamera erkennt, ob Fußgänger tatsächlich die Straße queren wollen. Statt den Druckknopf zu betätigen, wird der Querungswunsch automatisch registriert und die nächste Grünphase entsprechend ausgelöst.
Grün, wenn es gebraucht wird
Dabei schaut die Ampel nicht nur darauf, ob jemand wartet. Das System kann auch erkennen, ob eine einzelne Person oder eine größere Gruppe die Straße überqueren möchte. Besonders praktisch: Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehhilfen und Personen mit Kinderwagen können längere Grünphasen bekommen.
Das soll nicht nur Wartezeiten verkürzen, sondern auch die Verkehrssicherheit erhöhen. Und wenn gerade niemand die Donaufelder Straße queren möchte, kann der Autoverkehr beziehungsweise die Straßenbahn länger ungehindert fließen.
„Damit stärken wir die Stellung der Fußgängerinnen und Fußgänger im Straßenverkehr und lassen auch den Fließverkehr flüssiger laufen“, sagt Bezirksvorsteher Georg Papai.

Keine Gesichtserkennung
Und was ist mit dem Datenschutz? Laut Bezirk werden die Bilder ausschließlich zur Erkennung von Bewegungsmustern genutzt. Die Verarbeitung erfolgt direkt vor Ort, die Daten werden anschließend gelöscht. Eine Identifizierung oder Speicherung von Personen findet nicht statt.
Auch die Kreuzung selbst wurde neu gestaltet: Vorgezogene Gehsteige sollen das Queren sicherer machen, ein neu gepflanzter Baum wertet den Bereich zusätzlich auf.

