Na Prost: Der Ottakringer Kirtag ist wie der Wein

Vor dem Albert-Sever-Saal wurde 1975 aufgespielt (Bild: SPÖ Ottakring).

Das Wiener Bezirksblatt stellt sich dem Rätselraten um den genauen „Geburtstag“ des Traditionsfestes.

Bisher wurde davon ausgegangen, dass die Angabe unter dem Kirtagslogo stimmt: „seit 1979“ (ottakringerkirtag.at). Doch knapp vorbei. Wir wühlten mit dem Veranstalter in alten Unterlagen. Und tatsächlich steht auf einem Fotopapier geschrieben: „1. Ottakringer Kirtag 1975 am Schuhmeierplatz“. Die Fotos auf dieser Seite bestätigen es – vor dem Sever-Saal wurde bereits 1975 gefeiert. 

Bald im Alten Ort

Es folgte ein weiteres Rätsel, denn der „2. Ottakringer Kirtag“ fand „von 23. bis 25.9.77 im alten Ort Ottakringer Straße 200“ statt, auf jenem Platz, auf dem er bleiben sollte. Damals übernahm Bezirks­vor­ste­her Josef Srp den Ehrenschutz. Spätestens mit seinem Nachfolger Alfred Barton (ab 1980) wurde der Kirtag zum alljährlichen Fixpunkt, ehe er nach 2019 überraschend lange pausieren musste. 

Einer der Ältesten

Nach modernen Aufzeichnungen gibt es Kir(ch)tage schon lange. WIKI-Wien-Geschichte teilt dazu mit, dass „diese Kirchtage schon im Mittelalter festlich begangen wurden. In den Vorstädten waren mit dem Kirtag Schaustellungen, Tanz, Weinkost und dergleichen verbunden. Im Vormärz war der Brigittakirtag ­besonders gut ­besucht“. Nach dem Wiederaufleben der ­Bezirksfeste war aber Ottakring ganz vorne dabei. So wird der Maurer Kirtag um 1982 terminisiert. Nur Neustift hängt alle ab: „Dieser Kirtagsbrauch rührt aus der Mitte des 18. Jahr­hunderts.“

Hans Steiner
Chefredakteur