180 Jahre Tierschutz

Prominente Stimmen für Tiere bei Thalia

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Von der Redaktion empfohlen

Buchpräsentation bei Thalia Wien Mitte blickte auf die bewegte Geschichte von Tierschutz Austria und aktuelle Herausforderungen.

Anlässlich des 180-jährigen Bestehens des österreichischen Tierschutzes wurde bei Thalia Wien Mitte das Buch „180 Jahre Tierschutz in Österreich“ aus dem echomedia buchverlag präsentiert.

Auf dem Podium diskutierten die Präsidentin von Tierschutz Austria, Madeleine Petrovic, und ORF-Legende Chris Lohner gemeinsam mit Moderatorin Christine Dobretsberger über die Entwicklung des Tierschutzes, aktuelle Herausforderungen und den respektvollen Umgang mit Tieren.

Von der Taube bis zum Tierschutz

Ausgangspunkt des Gesprächs war das Buchcover, das eine Stadttaube zeigt. Daran anknüpfend wurde über den Umgang verschiedener Städte mit den oft unterschätzten Tieren gesprochen. Während Wien zunehmend auf nachhaltige Lösungen setzt, greifen andere Städte weiterhin zu Fütterungsverboten oder Strafen. Einigkeit herrschte darüber, dass langfristiger Tierschutz nur mit durchdachten Konzepten gelingen kann.

Eine lange Tradition

Im Mittelpunkt des Abends stand auch die Geschichte des österreichischen Tierschutzes. Bereits am 10. März 1846 gründete der Schriftsteller Ignaz Franz Castelli den „Niederösterreichischen Verein gegen Misshandlung der Tiere in Wien“. Daraus entwickelte sich der heutige Wiener Tierschutzverein beziehungsweise Tierschutz Austria – eine der ältesten Tierschutzorganisationen Europas, die seit 180 Jahren unzähligen Tieren geholfen hat.

Tiere als treue Begleiter

Chris Lohner sprach über ihre persönliche Verbundenheit mit Hunden und betonte deren Bedeutung für viele Menschen. Haustiere schenken Nähe, helfen gegen Einsamkeit und bereichern den Alltag. Eindringlich schilderte sie auch eine Situation, in der sie einen Hundebesitzer zur Rede stellte, nachdem dieser sein Tier geschlagen hatte. Ihr Appell: Wer Tierleid beobachtet, sollte nicht wegsehen, sondern Zivilcourage zeigen.

Hilfe für Wild- und Haustiere

Madeleine Petrovic gab Einblicke in die tägliche Arbeit von Tierschutz Austria. Immer wieder werden verletzte Wildtiere oder Fundtiere in die Obhut des Vereins gebracht. Nach medizinischer Versorgung und Pflege können viele wieder ausgewildert werden. Dabei leisten spezialisierte Tierärztinnen und Tierärzte wichtige Unterstützung – vom Vogel bis zum Reh.

Auch Assistenzhunde sowie die positive Wirkung von Tieren auf ältere oder einsame Menschen waren Thema. Tiere könnten Lebensfreude schenken und Menschen aus ihrer Isolation holen.

Respekt will gelernt sein

Großen Raum nahm die Frage ein, wie Kindern ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren vermittelt werden kann. Sie sollten lernen, fremde Hunde nicht ungefragt anzufassen und stets auf die Signale des Tieres zu achten. Gleichzeitig wurde betont, dass auch viele Erwachsene mehr Wissen über das Verhalten von Tieren benötigen.

Wer ein Haustier hält, übernimmt Verantwortung und entwickelt Empathie sowie Rücksichtnahme – Eigenschaften, die weit über den Umgang mit Tieren hinaus wichtig sind.

Blick auf aktuelle Herausforderungen

Neben der Geschichte des Tierschutzes wurden auch aktuelle Themen wie Tiertransporte, Spaltenbodenhaltung oder Zwischenfälle mit Mutterkühen auf Wanderwegen diskutiert. Kritisch angemerkt wurde, dass politischen Entscheidungsträgern oft das notwendige Fachwissen fehle.

Chris Lohner erinnerte zudem daran, dass Tierleid in vielen Teilen der Welt weiterhin alltäglich sei – etwa in der Pelzindustrie mancher Länder. Vieles davon finde kaum öffentliche Beachtung.

Die Buchpräsentation machte deutlich, wie vielfältig Tierschutz heute ist: von der Rettung verletzter Wildtiere über den Schutz von Haustieren bis hin zu gesellschaftlichen und politischen Fragen. Die zentrale Botschaft des Abends lautete: Tiere sind fühlende Lebewesen und verdienen Respekt sowie einen verantwortungsvollen Umgang.

Buchtipp: „180 Jahre Tierschutz in Österreich: Wiener Tierschutzverein“, herausgegeben im echomedia buchverlag, 160 Seiten, Preis: 22,90 Euro. Mit dem Kauf des Buches wird die Arbeit von Tierschutz Austria unterstützt.

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