Ablenkung am Steuer war 2025 die häufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle. 122 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Ablenkung am Steuer zählt nach wie vor zu den größten Gefahren im Straßenverkehr und wird von vielen Autofahrern dennoch oft unterschätzt. Ein spontaner Griff zum Smartphone oder die Bedienung von Infotainment-Systemen während der Fahrt gehören für viele zum Verkehrsalltag – mit teils dramatischen Folgen.
Die ÖAMTC Fahrtechnik macht deshalb schon seit Jahren in ihren Trainings auf diese Thematik aufmerksam. “Als größter Anbieter von Fahrsicherheitstrainings in Österreich sehen wir es als unsere Verantwortung, aktuelle Unfallrisiken frühzeitig aufzugreifen und das Bewusstsein dafür zu stärken. So erleben die Teilnehmer von Fahrtrainings unmittelbar, wie stark sich schon kurze Ablenkungen auf Reaktionszeit und Fahrzeugkontrolle auswirken”, erklärt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.

Bereits wenige Sekunden Unaufmerksamkeit können entscheidend sein: Bei Tempo 50 legt ein Fahrzeug in zwei Sekunden rund 28 Meter zurück – ohne dass der:die Lenker:in das Verkehrsgeschehen aktiv wahrnimmt. Und das oft mit gravierenden und leider manchmal letalen Folgen.
Anstieg bei den tödlichen Verkehrsunfällen
2025 war Unachtsamkeit bzw. Ablenkung nach Einschätzung der Polizeiorgane die häufigste Ursache von Verkehrsunfällen. Insgesamt gingen 34 Prozent aller erfassten Unfälle auf die Hauptunfallursache “Unachtsamkeit/Ablenkung” zurück – ein Anstieg von 6,3 Prozent gegenüber 2024. In absoluten Zahlen bedeutet das 12.882 Unfälle im Jahr 2025 gegenüber 12.123 im Jahr 2024.
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei den tödlichen Verkehrsunfällen: 2025 verloren 122 Menschen bei Unfällen ihr Leben, bei denen Ablenkung bzw. Unachtsamkeit die Hauptunfallursache war. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Quelle: Statistik Austria / Bearbeitung: ÖAMTC).
Klare Empfehlung: Fokus auf die Straße
Besonders kritisch ist aus Sicht der ÖAMTC Fahrtechnik die zunehmende Komplexität moderner Fahrzeugsysteme. Große Touchscreens, verschachtelte Menüs und zahlreiche Funktionen erhöhen die kognitive Belastung während der Fahrt. “Technologie kann unterstützen – sie darf aber nicht dazu führen, dass die Aufmerksamkeit von der Straße weg verlagert wird”, so die Einschätzung Frischs.
Ein zentrales Element der verpflichtenden Führerscheintrainings ist seit Jahren die Sensibilisierung für Ablenkung. In eigens entwickelten Übungen, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte des Fahrsicherheitstrainings hinaus gehen, erleben Teilnehmer, wie sich verzögerte Reaktionen oder falsche Einschätzungen auf den Anhalteweg und das Fahrverhalten auswirken. Diese Selbsterfahrung führt laut Frisch oft zu einem Umdenken: “Viele Teilnehmer erleben bei unseren Trainings richtige Aha-Momente und erkennen, wie riskant vermeintlich kurze Nebenhandlungen tatsächlich sind.”
Die Forderung der ÖAMTC Fahrtechnik lautet daher klar: Hände weg vom Handy während der Fahrt und Einstellungen im Fahrzeug möglichst vor Fahrtbeginn vornehmen. Auch Assistenzsysteme oder Sprachsteuerung können die Aufmerksamkeit nicht vollständig entlasten.
Informationen zu allen weiteren Trainings sowie zu zusätzlichen Ferien- bzw. Wochenendterminen für die Führerscheintrainings gibt es unter www.oeamtc.at/fahrtechnik.

