Nicht nur auf dem Trainingsplatz wurde das österreichische Nationalteam auf die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA vorbereitet. Auch mental holte sich ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick prominente Unterstützung: Motivationsexperte und Unternehmer Ali Mahlodji arbeitete wenige Tage vor der Abreise intensiv mit dem Betreuerstab und den Nationalspielern.
Für Mahlodji war die Einladung nach eigenen Worten „das bisher größte berufliche Privileg“ – nicht nur als Coach, sondern auch als österreichischer Staatsbürger und Fußballfan.
Sechs Stunden intensive Arbeit
Kennengelernt hatten sich Rangnick und Mahlodji bereits vor einigen Monaten. Verbunden habe sie vor allem die gemeinsame Leidenschaft für Bildung und Potenzialentfaltung. Nach einem gemeinsamen Termin mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr sprach Rangnick den Motivationsexperten schließlich direkt an und fragte ihn, ob er mit dem gesamten Betreuerstab und der Nationalmannschaft arbeiten wolle.
Eine Woche vor dem Abflug in die USA verbrachte Mahlodji insgesamt sechs Stunden im Trainingscamp des ÖFB. Ziel war es, sowohl den Betreuern als auch den Spielern Impulse für den Umgang mit Druck und Höchstleistung zu geben.
Narrative steuern und als Team wachsen
Im Mittelpunkt der Arbeit mit dem Betreuerstab stand laut Mahlodji die Frage, wie Führungskräfte in entscheidenden Momenten die richtigen Geschichten innerhalb eines Teams prägen können. Gerade im Spitzensport könnten Sekunden darüber entscheiden, ob sich nach einem Fehler oder einem Erfolg konstruktive oder destruktive Gedanken festsetzen. Aufgabe des Betreuerteams sei es deshalb, Entwicklungen früh zu erkennen und das Team mit Empathie durch schwierige Phasen zu begleiten.
Den Spielern vermittelte Mahlodji vor allem die Balance zwischen gesundem Selbstbewusstsein und Ego. Wer auf höchstem internationalen Niveau spiele, brauche Selbstvertrauen und mentale Stärke. Gleichzeitig sei Offenheit innerhalb der Mannschaft entscheidend. Nur wer sich seinen Mitspielern und dem Betreuerteam gegenüber öffne, könne auch Unterstützung annehmen.
Vier Fragen für erfolgreiche Teams
Aus seiner langjährigen Arbeit mit High-Performance-Teams habe sich für Mahlodji ein einfacher Maßstab entwickelt. Erfolgreiche Mannschaften zeichnen sich seiner Ansicht nach dadurch aus, dass sie miteinander lachen können, im Einklang arbeiten, respektvoll miteinander umgehen und Klarheit über gemeinsame Ziele besitzen.
Nach diesen Kriterien zeigte sich der Motivationsexperte optimistisch: Aus seiner Sicht bringe das österreichische Nationalteam alle Voraussetzungen mit, um bei der Weltmeisterschaft erfolgreich aufzutreten. Abschließend bedankte er sich bei Teamchef Ralf Rangnick für das Vertrauen und wünschte der Mannschaft viel Erfolg in den USA.




