Am 1. März 1890 hat ein gewisser Josef Manner, der am Stephansplatz einen kleinen Laden für Schokolade und Feigenkaffee betrieben hatte, in Hernals in seinem Elternhaus und später in der Kulmgasse mit einer eigenen Schokoladenproduktion begonnen. Der Grund: Ihm reichte die Qualität der an ihn gelieferten Waren nicht aus.

Bald entstand rund um das Elternhaus eine Fabrik. 1897 zählt der Betrieb schon 100 Mitarbeiter und heute steht hier in der Wilhelminenstraße ein österreichischer Paradebetrieb, der 700 Mit­arbeiter beschäftigt: die in Familienbesitz befindliche Josef ­Manner & Comp. AG, welche neben den weltberühmten „Manner Schnitten“ auch die Qualitätsmarken „Ildefonso“, „Napoli“, „Casali“ und zahlreiche weitere ­Süßwaren ­herstellt und weltweit in mehr als 50 Ländern vertreibt.

Zum 130. Geburtstag von Manner stellte sich ein pro­minenter ­Gratulant im Werk in Hernals ein: Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Für ihn war der Firmenrundgang kein Pflichtbesuch, denn Manner ist ein Musterbeispiel für die ausgezeichneten Produktionsbedingungen der Stadt. Die Vorstände Albin Hahn und Thomas Gratzer konnten Ludwig in einige Firmengeheimnisse einweihen und bedankten sich für die Unterstützung der Stadt. Man hatte, statt auf der grünen Wiese eine neue Produktionsstätte zu errichten, das Abenteuer einer „vertikalen Produktion“ in Wien gewagt und dabei ­gewonnen.