Ihr Brummen sorgt für Gänsehaut, ihr Zweck ist aber sehr nützlich. Hornissen sind entgegen ihrem Image sehr friedfertige Fluchttiere.
Ein lauer Sommerabend im Garten des Kleingartens. Oder eine Grillerei auf dem Balkon der Stadtwohnungen. Plötzlich ein lautes Brummen. Gänsehaut. Hornissen-Alarm – ist der wirklich notwendig? Müssen wir uns vor den großen Wespen fürchten?
Sorge unbegründet
Eigentlich nicht. Denn im Gegensatz zu anderen Wespenartigen interessieren sie sich nicht für Süßes oder Fleischiges, sie stören also weder beim Picknick noch bei der Grillerei. Erwachsene Hornissen ernähren sich von Nektar, Fallobst und Pflanzensäften, die sie aus Ästen und Baumwunden erreichen.

Sie fressen Schädlinge
Im Larvenstadium sind Hornissen allerdings reine Insektenfresser. So schaffen die Arbeiterinnen jeden Tag bis zu 500 Gramm Insekten ins Nest. Hat man Hornissen im Garten, gibt’s dort weniger Wespen, Fliegen, Käfer und „Gartenschädlinge“.
Hornissen sind Workaholics: Sie arbeiten beinahe pausenlos – fast 24 Stunden täglich – um Nahrung, Wasser und Baumaterial für ihre Nester zu beschaffen. Und sie können sich in völliger Dunkelheit gut orientieren.
Nicht gefährlicher als Wespenstich
Hornissen sind im Grunde genommen friedlich. Wenn sie sich bedroht fühlen, flüchten sie eher, als sie angreifen. Sollte man doch gestochen werden, ist das kein Grund zur Sorge: Hornissen haben – wie Bienen und Wespen – einen Giftstachel, den sie dazu verwenden, ihre Beute zu lähmen und zu töten. Für Menschen ist ein Hornissenstich weder schmerzhafter noch gefährlicher als ein Wespen- oder Bienenstich.

Vorsicht ist bloß bei Allergien gegen das Hornissengift geboten. Wichtig: Ist man gegen Wespen- und/oder Bienenstiche allergisch, geht damit nicht automatisch eine Hornissenstich-Allergie einher, da unterschiedliche Stoffe in den Giften enthalten sind.
Was tun bei Hornissen-Nestern?
Die bei uns üblichen europäische Hornissen bauen ihr Nest nie zweimal an derselben Stelle. Befindet sich ein Hornissennest an einer „unpraktischen Stelle“, kann man davon ausgehen, dass die großen Brummer im Jahr darauf nicht dahin zurückkehren. Sollte ein Hornissen-Nest – aufgrund einer Allergie und der Nähe zu Wohnräumen – trotzdem stören, sollte dieses fachgerecht und artschonend entfernt werden. Infos dazu gibt es beim Naturschutzbund/Tipps.

