Einem Trickbetrug saß ein Pensionist im 9. Bezirk auf. Ein Mann hatte sich als Schimmel-Prüfer ausgegeben und den Mann abgelenkt.
Als es an einem Dienstagvormittag an der Wohnungstür von Karl Huber (Name geändert) klingelte, dachte sich der 79-Jährige nichts Besonderes dabei. Der Pensionist lebte seit Jahrzehnten in seiner Wohnung und war es gewohnt, dass hin und wieder Handwerker im Haus unterwegs waren.
Nur kurze Überprüfung
Vor der Tür stand ein freundlich wirkender Mann in Arbeitskleidung. Er stellte sich als Mitarbeiter einer Firma vor, die von der Hausverwaltung mit der Kontrolle möglicher Schimmelprobleme beauftragt worden sei. „Nur eine kurze Überprüfung“, sagte er lächelnd und zeigte ein kleines elektronisches Gerät.
In Gespräch verwickelt
Karl zögerte kurz, ließ den Mann dann aber eintreten. Gemeinsam gingen sie in die Küche. Dort begann der angebliche Techniker mit seinem Messgerät die Wände abzutasten. Gleichzeitig verwickelte er den Pensionisten in ein Gespräch über Feuchtigkeit, Heizkosten und die Sanierung alter Gebäude.
Wohnungstür unversperrt
Während Karl zuhörte, blieb die Wohnungstür unversperrt. Was er nicht bemerkte: Die Kontrolle in der Küche war vermutlich nur ein Ablenkungsmanöver. Denn während der vermeintliche Fachmann Messungen durchführte, könnte ein zweiter Täter lautlos die Wohnung betreten haben. Zielgerichtet ging er offenbar ins Schlafzimmer. Dort durchsuchte er Schränke und Laden, bis er fand, wonach er suchte: einen Möbeltresor.
70.000 Euro im Safe
Der Safe war zwar kompakt, enthielt jedoch Wertgegenstände und Ersparnisse im Gesamtwert von mehr als 70.000 Euro. Wenige Minuten später verabschiedete sich der „Schimmelprüfer“ höflich. Karl schloss die Tür hinter ihm und dachte nicht weiter darüber nach.
Schock für den 79-Jährigen
Erst einige Tage später bemerkte er etwas Seltsames. Beim Öffnen seines Schlafzimmerschrankes blieb sein Blick an der leeren Stelle hängen, an der sich sonst der Tresor befunden hatte. Zunächst glaubte er an ein Versehen. Doch je länger er suchte, desto klarer wurde ihm die Wahrheit: Der Safe war verschwunden.
Anzeige erstattet
Am nächsten Vormittag suchte Karl die Polizeiinspektion auf und erstattete Anzeige. Die Ermittler des Landeskriminalamtes übernahmen den Fall. Ob die Täter jemals gefasst werden, ist ungewiss. Sicher ist nur eines: Die Betrüger hatten keine Gewalt angewendet, keine Tür aufgebrochen und kein Schloss geknackt.
Polizei warnt eindringlich
Seitdem warnt die Polizei eindringlich davor, unbekannte Personen in die eigene Wohnung zu lassen, ohne deren Identität sorgfältig zu überprüfen. Denn manchmal genügt ein freundliches Lächeln an der Tür, um einen Schaden von zehntausenden Euro anzurichten.
Präventiv-Tipps der Exekutive
– Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung oder Ihr Haus!
− Lassen Sie sich immer einen Dienst- oder Mitarbeiterausweis zeigen!
− Klären Sie Ihre Verwandten über derartige Betrugsformen auf!
− Haben Sie den Verdacht eines Betruges? Rufen Sie sofort die Polizei unter 133!

