Wer am kommenden Wochenende in Wien das Auto anwerfen möchte, sollte starke Nerven einplanen oder den Schlüssel am besten gleich stecken lassen. Die Mobilitätsclubs ÖAMTC und ARBÖ schlagen Alarm: Ein perfekter Sturm aus Großveranstaltungen, umfangreichen Straßensperren und zehntausenden Besuchern droht die Bundeshauptstadt verkehrstechnisch komplett lahmzulegen. Ob bunte Parade auf dem Ring, rasanter Basketball am Heumarkt oder magische Pferdeshows in der Stadthalle – Wien wird am Samstag und Sonntag zum Nadelöhr.
Der absolute Brennpunkt des Wochenendes ist die Wiener Innenstadt am Samstag, dem 13. Juni. Wegen der traditionellen Regenbogenparade müssen sich Verkehrsteilnehmer laut ÖAMTC auf umfangreiche Sperren und erhebliche Verzögerungen einstellen. Betroffen ist neben der Ringstraße zeitweise auch der Franz-Josefs-Kai.
Die Logistik hinter der Sperre ist strikt: Bereits gegen 08:00 Uhr früh wird der Ring zwischen Operngasse und Schottengasse dichtgemacht. Um 12:00 Uhr startet die Parade dann auf Höhe des Rathausplatzes und zieht in einer spektakulären Route gegen die Fahrtrichtung vorbei an Parlament, Oper und Urania, entlang des Franz-Josefs-Kais, der Börse und der Universität zurück zum Rathausplatz. Die Ankunft des Zugs wird zwischen 16:00 und 17:00 Uhr erwartet, doch das ist noch nicht das Ende – die Abschlussveranstaltung dauert bis voraussichtlich 22:30 Uhr. Autofahrer können den Ring währenddessen nur zeitweise und abhängig vom Veranstaltungsverlauf queren.
Das hat massive Auswirkungen auf die umliegenden Strecken. Der ÖAMTC rechnet mit massiven Verzögerungen auf der gesamten Zweierlinie (Verbindung Donaukanal – Stadtpark – Schwarzenbergplatz – Karlsplatz – Getreidemarkt – Votivkirche). Temporäre Staus sind zudem auf der Roßauer Lände, der Praterstraße, der Unteren und Oberen Donaustraße, dem Rennweg, der Prinz-Eugen-Straße, der Wiedner Hauptstraße, der Rechten Wienzeile und der Burggasse vorprogrammiert. Selbst wer großräumig über den Inneren Gürtel ausweichen will, muss Geduld mitbringen.
Besonders bitter für Reisende: Die Zufahrt zum Flughafen über den Franz-Josefs-Kai ist während der Sperre dicht. Der ÖAMTC rät dringend, großräumig über den Handelskai beziehungsweise den Äußeren Gürtel und die Südosttangente (A23) auszuweichen. Auch die Wiener Linien müssen reagieren: Die Straßenbahnlinien 1, 2, 71 und D sowie innerstädtische Buslinien werden kurzgeführt oder umgeleitet. Die klare Empfehlung der Experten: Steigen Sie auf die U-Bahnen um.
Körbe-Jagd und Fanansturm am Heumarkt
Als wäre die Ringsperre nicht genug, verwandelt sich der Wiener Eislauf-Verein am Heumarkt von Freitag bis Sonntag in ein Sport-Mekka. Beim Basketball-Turnier “3×3 Vienna presented by win2day” werden über das gesamte Wochenende mehr als 30.000 Fans erwartet. Da der Center Court allein rund 3.000 Zuschauer fasst, wird es rund um den Heumarkt, die Lothringerstraße, den Stadtpark, die Johannesgasse, den Schwarzenbergplatz, den Ring, den Karlsplatz, den Rennweg, die Invalidenstraße und die Landstraßer Hauptstraße eng.
Der ARBÖ warnt hier vor langen Verzögerungen durch Fan-Bereiche und starken Fußgängerverkehr. Autofahrer sollten diesen Bereich großräumig umfahren, während für Fans die Anreise mit der U4 (Station Stadtpark) oder den Linien U1, U2 und U4 über den Karlsplatz die beste Wahl ist.
“CAVALLUNA” sorgt für volle Gassen rund um die Stadthalle
Abgerundet wird das verkehrsreiche Wochenende durch ein Massenereignis in der Halle D der Wiener Stadthalle. Am Samstag (Vorstellungen um 14:00 und 19:00 Uhr) und Sonntag (Vorstellung um 13:00 Uhr) gastiert die beliebte Pferdeshow “CAVALLUNA” mit dem Programm “Tor zur Anderswelt”. Tausende Besucher werden Österreichs größte Veranstaltungshalle stürmen.
Der ARBÖ erwartet infolgedessen erhebliche Staus im Bereich des Gürtels, der Linken und Rechten Wienzeile, der Gablenzgasse, Märzstraße, Hütteldorfer Straße, Burggasse, am Neubaugürtel, der Felberstraße sowie am Vogelweidplatz und Urban-Loritz-Platz. Da die Parkplätze im direkten Umfeld der Stadthalle erfahrungsgemäß rasch ausgelastet sind, sollten Autofahrer auf Alternativen wie die Stadthallengarage, die Garage Lugner City, die Garage am Westbahnhof oder die Märzparkgarage ausweichen.
Das Fazit für das Wochenende: Wer in Wien mobil sein möchte, sollte das Auto nach Möglichkeit stehen lassen. Die Kombination aus Kultur, Sport und Show macht die Schienen der Wiener U-Bahnen an diesen Tagen zum einzig verlässlichen Verkehrsmittel.

