Dass der Wiener Baustellenkoordinator offenbar auf Urlaub sein muss, ist unter den Verkehrsteilnehmern in Währing derzeit mehr als nur ein geflügeltes Wort. Ihnen macht nämlich ein chaotisches Baustellenmanagement das Leben schwer.
Nicht genug, dass der Umbau des Aumannplatzes mit der Sperre der Währingerstraße und Teilen der Gentzgasse und der großräumigen Umleitung der Straßenbahnlinien 40 und 41 zu den umfangreichen Baumaßnahmen in der Schöffelgasse und dem Lidlberg hinzugekommen sind, wurde nun auch noch die Max- Emanuel-Straße (früher B222) bis Ende August zur Einbahn und in Richtung 19. Bezirk gesperrt. Der gesamte stadteinwärts führende Verkehr wird dadurch über die Hasenauerstraße, Gentzgasse und Währinger Straße umgeleitet. In Kombination mit der Teil-Sperre des Aumannplatzes führt dies zu einem massiven Verkehrschaos im Bezirk.
Zusätzlich erschwert der Schienen-Ersatzverkehr die Mobilität vieler Menschen. Statt der gewohnten Straßenbahn müssen Fahrgäste auf Busse ausweichen, was längere Wege, unübersichtliche Umstiege und zusätzliche Verzögerungen mit sich bringen. Mitten im Juni ist der öffentliche Verkehr in weiten Teilen Währings massiv beeinträchtigt.
Neue Einbahnen
Zur Einbahn wurde seit der Vorwoche auch die Gersthoferstraße. Schlecht und falsch beschildert fährt nun sogar der Bus gegen die Einbahn und biegt beim Abbiegeverbot einfach illegal ab! Hinzu kommen Baustellen und Straßensperren wie in der Vinzenzgasse oder der Alseggerstraße.
Die Koordination zwischen Stadt Wien und Bezirk Währing ist aus Sicht der Bevölkerung und der Wahrnehmung der Opposition klar gescheitert. Öffentliche Verkehrsmittel verzeichnen erhebliche Verspätungen, Schulwege sind zunehmend unsicher, und auf den betroffenen Strecken herrscht derzeit ein untragbarer Zustand. Derzeit sorgen mehrere gleichzeitig laufende Baustellen und Verkehrseinschränkungen für massive Probleme im gesamten Bezirk.
Kritik an Bezirksvorsteherin
Oliver Möllner, Bezirksvorsteher-Stellvertreter der ÖVP Währing, kritisiert: „Was die Menschen in Währing derzeit erleben, ist kein unvermeidbares Baustellenaufkommen, sondern das Ergebnis mangelnder Koordination. Mehrere gravierende Eingriffe in den Verkehr gleichzeitig umzusetzen, ohne ausreichende Abstimmung und ohne funktionierende Alternativen sicherzustellen, ist unverantwortlich.“
Möllner richtet dabei deutliche Worte an Bezirksvorsteherin Nossek: „Der Bezirk und die Stadt Wien haben es verabsäumt, die unterschiedlichen Baustellen und Maßnahmen rechtzeitig aufeinander abzustimmen. Dieses Verkehrschaos ist die Folge fehlender Führung und mangelnder Koordination“.
Aber es kommt noch dicker: Im Sommer erfolgt der Umbau der Gleisanlagen in der Nussdorferstraße mit Auswirkungen auf Währing. Dann fahren die Linien 40 und 41 gar nicht mehr und werden durch die Linien 38 und 39 „ersetzt“. Aber nur bis zur Station Volksoper. Von dort müssen die Fahrgäste in den 40A Umsteigen, um in die Stadt zu gelangen!





