Zähne als Luxus?

Zahnarztkosten sorgen für schmerzhaftes Loch

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Gesunde und gepflegte Zähne sind den Österreicherinnen und Österreichern wichtig. Doch sobald eine größere Behandlung notwendig wird, entscheidet häufig der Kontostand mit: Vier von zehn Befragten haben bereits aus Kostengründen auf eine Zahnbehandlung verzichtet.

Das zeigt das Allianz Gesundheitsbarometer 2026, für das Marketagent 1.600 Personen befragt hat.

Gute Pflege, hohe Kosten

Am nötigen Bewusstsein mangelt es nicht: 85 Prozent achten nach eigenen Angaben gewissenhaft auf ihre Zahnpflege, 73 Prozent gehen zumindest einmal pro Jahr zur Kontrolle. Die Vorsorge ist für 36 Prozent der wichtigste Antrieb, gefolgt von ästhetischen Gründen mit 26 Prozent.

Gepflegte Zähne spielen schließlich auch beim Auftreten eine große Rolle. Rund neun von zehn Befragten sehen sie als wichtigen Teil des Erscheinungsbildes, vier von fünf erwarten sich dadurch sogar Vorteile im Berufsleben. Allerdings zeigt die Studie auch einen sozialen Unterschied: Mit steigendem Haushaltseinkommen nimmt die gewissenhafte Zahnpflege deutlich zu.

Junge setzen auf Vorsorge

Sechs von zehn Menschen in Österreich sind mit ihren Zähnen grundsätzlich zufrieden. Nachholbedarf sehen viele jedoch bei der Zahnfarbe – dementsprechend steht Bleaching ganz oben auf der Wunschliste.

Vor allem die Generation Z zeigt sich offen für ästhetische und vorbeugende Maßnahmen wie professionelle Mundhygiene oder Kieferregulierungen. Bei älteren Menschen stehen dagegen Implantate und Prothesen stärker im Vordergrund. Darin zeigt sich laut Studie ein Generationenwandel: Während früher vielfach erst repariert wurde, wenn bereits Schäden entstanden waren, setzen Jüngere zunehmend auf Prävention und Selbstfürsorge.

Die Rechnung schreckt ab

Mit der Qualität der heimischen Zahnmedizin sind 71 Prozent zufrieden. Besonders gute Noten erhält die fachliche Kompetenz der Zahnärztinnen und Zahnärzte. Weniger erfreulich fällt das Urteil bei den Wartezeiten aus. Das größte Problem bleibt jedoch der Preis: Nur 28 Prozent bewerten das Kosten-Leistungs-Verhältnis positiv.

Die Sorge vor der Rechnung ist mittlerweile deutlich größer als die Angst vor dem Bohrer. Für 47 Prozent sind die Kosten ein Hindernis für eine Behandlung, während lediglich 19 Prozent Angst vor dem Eingriff selbst haben. 40 Prozent ließen eine Behandlung aus finanziellen Gründen bereits ganz ausfallen, 38 Prozent verschoben sie.

Wie stark der Preis entscheidet, zeigt ein Gedankenexperiment: Bei vollständiger Kostenübernahme würde sich die Bereitschaft für zahlreiche Behandlungen teils mehr als verdoppeln. Bei Zahnkorrekturen stiege sie etwa von 29 auf 71 Prozent, bei Bleaching von 31 auf 75 Prozent. Selbst bei medizinisch notwendigen Implantaten würde die Bereitschaft von 47 auf 81 Prozent steigen.

„Am Bewusstsein für gesunde Zähne fehlt es kaum – eher an der Möglichkeit, konsequent danach zu handeln.“

…so Dr. Jörg Hipp, CPO Allianz Österreich

Große Wissenslücken

Neben den Kosten bereitet auch mangelnde Information Probleme. Nur gut ein Drittel fühlt sich über Behandlungspreise und Kassenleistungen ausreichend informiert. Gleichzeitig wissen 65 Prozent nicht, dass Karies eine Infektionskrankheit ist. Fast die Hälfte kennt den möglichen Zusammenhang zwischen Erkrankungen im Mundraum und Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes nicht.

Gerade junge Menschen weisen dabei überraschend große Wissenslücken auf. Fachleute fordern deshalb mehr Aufklärung – in Familien, Schulen und Zahnarztordinationen. Denn regelmäßige Vorsorge kann nicht nur Schmerzen verhindern, sondern häufig auch hohe Folgekosten. Die Studie macht deutlich: Der Wille zu gesunden Zähnen ist vorhanden, leistbar müssen sie aber ebenfalls sein.

…geben am häufigsten die Bestnote „sehr gut“ für die Versorgungsqualität (30 %).

…ist rundum zufrieden: Nirgendwo sind die Menschen zufriedener mit ihren Zähnen (72 %) und wird die zahnmedizinische Versorgung besser bewertet (81 %).

…pflegen ihre Zähne am gewissenhaftesten (89 %) – und sind trotzdem am wenigsten zufrieden mit deren Zustand (55 %).

…halten die Zähne am ehesten für die Visitenkarte eines Menschen (81 %), gehen aber deutlich seltener zur Kontrolle (66 %) als der Durchschnitt (73 %).

…zählen mit 88 % zu den fleißigsten Kontrollgänger:innen, nur in Vorarlberg ist der Anteil noch etwas höher (89 %). Auch bei der Zufriedenheit mit den eigenen Zähnen belegt Tirol mit 69 % Rang zwei.

…haben am häufigsten eine private Zahnzusatzversicherung (9 %).

…bewertet die zahnmedizinische Versorgung besonders kritisch (56 %), ist aber überdurchschnittlich gut über Behandlungskosten informiert (41 %).

…wird die Beratungskompetenz der Zahnärzt:innen am besten bewertet (77 %).

…wissen am häufigsten, dass anhaltender Stress die Zähne beeinträchtigen kann (65 %) und dass Zahnfleischerkrankungen in der Schwangerschaft Risiken für Mutter und Kind bergen (48 %).

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