Wahnsinns-Jagd mit 230 km/h

Polizei stoppt Raser – „Ich bin ein absoluter Rennchampion!“

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Wien/Niederösterreich. Es ist Sonntag, der 14. Juni 2026, morgens um 06:30 Uhr. Die Beamten der Polizeiinspektion Kopernikusgasse sind im Rahmen ihres Streifendienstes in der Faulmanngasse unterwegs, als ihnen ein bestimmter Pkw auffällt. Sie entschließen sich zu einer routinemäßigen Lenker- und Fahrzeugkontrolle. Doch statt anzuhalten, steigt der Fahrer aufs Gas – und startet eine der gefährlichsten Fluchtfahrten der jüngeren Vergangenheit.

Mit einer unfassbaren Geschwindigkeit von teilweise bis zu 160 km/h rast der Wagen durch mehrere Straßenzüge in den Bezirken Wieden und Favoriten. Dem Lenker ist jedes Menschenleben egal: Er missachtet zahlreiche rote Ampeln und Verkehrszeichen, brettert über Busspuren und fährt eiskalt entgegen vorgeschriebener Fahrtrichtungen. Fußgänger im Bereich von Schutzwegen, Radfahranlagen sowie Bus- und Straßenbahnhaltestellen müssen in letzter Sekunde zur Seite springen, um ihr Leben zu retten. Andere Autofahrer werden zu abrupten Vollbremsungen und riskanten Ausweichmanövern gezwungen.

Doch der Horror-Trip ist noch lange nicht vorbei. Die Flucht führt den Pkw über den Verteilerkreis direkt auf die Südautobahn (A2) in Fahrtrichtung Graz. Hier mutiert die Verfolgung vollends zum Actionfilm: Der Wagen beschleunigt auf mörderische 230 km/h. Im Bereich der Ausfahrt IZ Süd/Nord wechselt der Lenker bei diesem extremen Tempo abrupt mehrere Fahrstreifen und quert den gesamten Fahrbahnbereich – quer zwischen den anderen, ahnungslosen Autofahrern hindurch. Nur weil mehrere Verkehrsteilnehmer sofort in die Eisen steigen und geistesgegenwärtig ausweichen, wird ein folgenschwerer Massenunfall mit einer Vielzahl an Beteiligten nur haarscharf verhindert.

Die Verfolgungsjagd verlagert sich schließlich in das dortige Industriegebiet. Der Raser ignoriert erneut rote Ampeln, bis es den Einsatzkräften der Inspektionen Kopernikusgasse und Viktor-Christ-Gasse auf dem Firmengelände eines Autohauses gelingt, dem Pkw den Fluchtweg komplett zu versperren. Doch der Fahrer gibt nicht auf: Er weicht über einen Feldweg aus, verliert die Kontrolle und kollidiert ungebremst mit einem Zaun. Erst durch die massiven Beschädigungen wird das Auto fahrunfähig und stoppt.

Der Lenker – ein 39-jährigen Staatsangehöriger der Russischen Föderation – sowie seine zwei Mitfahrer werden von den Beamten vorläufig festgenommen. Bei der Überprüfung des 39-Jährigen kommt ein Sündenregister sondergleichen ans Licht:

  • Ein Alkotest ergibt 0,44 Promille.
  • Es besteht der dringende Verdacht einer Suchtgiftbeeinträchtigung, eine amtsärztliche Untersuchung verweigert der Mann jedoch.
  • Die Beamten stellen im Wagen einen Joint sicher.
  • Für das Fluchtfahrzeug besteht keine aufrechte Zulassung (ein Zusammenhang mit dem eigentlichen Zulassungsbesitzer konnte nicht hergestellt werden, weshalb der Verdacht des unbefugten Fahrzeuggebrauchs besteht).
  • Gegen den Russen liegen bereits offene Verwaltungsstrafen in der astronomischen Höhe von rund 22.000 Euro vor!

Mit seiner lebensgefährlichen Amokfahrt konfrontiert, zeigt sich der 39-Jährige völlig uneinsichtig und dreist. Er gibt vor den Polizisten an, er sei ein „absoluter Rennchampion“. Zudem zeigt er sich völlig überrascht über die Fahrleistung der Wiener Polizei und erklärt großspurig, er habe absolut nicht damit gerechnet, an diesem Tag überhaupt eingeholt zu werden.

Der vermeintliche „Champion“ wurde wegen des Verdachts der vorsätzlichen Gemeingefährdung, des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen sowie zahlreicher verkehrsrechtlicher Übertretungen angezeigt. Er wandert nun dorthin, wo keine Rennen gefahren werden.

Zeugenaufruf der Polizei:

Da es im Zuge der Fluchtfahrt zu zahlreichen gefährlichen Fahrmanövern kam, bei denen mehrere Verkehrsteilnehmer zu Brems- und Ausweichmanövern gezwungen wurden bzw. sich Passanten nur durch einen Sprung in Sicherheit bringen konnten, sucht die Polizei nach Opfern.

Personen, die durch die Fahrweise des 39-jährigen Pkw-Lenkers gefährdet wurden, werden dringend ersucht, sich beim Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Margareten unter der Telefonnummer 01/31310 DW 55226 zu melden.

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