Die nackten Zahlen des Bundeskriminalamts (BK) sind ein Alarmsignal: Die Fälle digitaler Betrugsmaschen haben sich in den vergangenen zehn Jahren in Österreich mehr als versechsfacht! Zwar verzeichnete der aktuelle Cybercrime-Report für das Jahr 2024 mit 62.328 Anzeigen einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, doch das Niveau bleibt auf einem historisch kritischen Hoch. Die bittere Realität: Die überwiegende Mehrheit dieser Straftaten wird heute online oder über digitale Kanäle eingefädelt.
Um dieser enormen Herausforderung wirksam entgegenzutreten, haben die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und die Initiative GEMEINSAM.SICHER ein wegweisendes Projekt ins Leben gerufen: „Generationen gemeinsam sicher“. Das Ziel ist eine geschlossene Front gegen die Cyber-Kriminalität durch einen direkten, intensiven Dialog zwischen Jung und Alt.
Die Taktik: Wissenstransfer als Waffe gegen den Betrug
Das Konzept setzt auf einen völlig neuen, praxisnahen Ansatz. Zuerst vertiefen Schülerinnen und Schüler das Thema im Unterricht: Sie lernen alles über sicheres Bezahlen und wie man sich effektiv vor Betrug schützt. Doch dieses Wissen bleibt nicht in der Schule. Im nächsten Schritt treffen die Jugendlichen auf Seniorinnen und Senioren.
In gemeinsamen Gruppenarbeiten und Gesprächen analysieren die Generationen echte Fallbeispiele und erarbeiten Verhaltensregeln. Hier entsteht eine mächtige Synergie: Die digitale Kompetenz der Jugend verschmilzt mit der besonnenen Lebenserfahrung der älteren Generation. Unsicherheiten im digitalen Raum werden so im direkten Austausch nachhaltig abgebaut.
Die miesen Maschen: Vom Enkeltrick bis zur Krypto-Abzocke
Die Experten der Polizei nutzen das Projekt, um eindringlich vor den gängigsten und perfidesten Methoden der Kriminellen zu warnen:
- Der falsche Polizist: Kriminelle schocken ihre Opfer am Telefon mit erfundenen Geschichten über schwere Unfälle von Angehörigen, um sie zur Übergabe von Bargeld an dubiose Boten zu drängen.
- Der Enkeltrick: Hier wird die emotionale Hilfsbereitschaft älterer Menschen schamlos ausgenutzt.
- Der Trading-Fraud (Anlagebetrug): Diese Masche zielt besonders auf die Jüngeren ab. In sozialen Medien locken Betrüger mit angeblich astronomischen Gewinnen durch Kryptowerte. Was mit kleinen Beträgen beginnt, endet für die Opfer meist im schmerzhaften Totalverlust.


Die goldene Regel: Gemeinsam gegen den Druck
Die wichtigste Botschaft der Sicherheitskräfte lautet: Seien Sie sofort misstrauisch, sobald am Telefon oder im Netz künstlicher Zeitdruck aufgebaut wird! Absolute Warnzeichen sind Sätze wie „Rate mal, wer dran ist!“ oder jede schnelle Aufforderung, Geld an Unbekannte zu überweisen. Der dringende Rat der Polizei: Im kleinsten Zweifelsfall einfach sofort auflegen, danach die echten Angehörigen kontaktieren oder direkt den Notruf wählen.
Sicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Wenn Generationen miteinander sprechen und ihre Erfahrungen teilen, sinkt die Chance für Betrüger rapide.
Jetzt mitmachen: Schulen und Institutionen gesucht!
Das Projekt wird zudem wissenschaftlich auf Herz und Nieren geprüft: Die OeNB führt gemeinsam mit der Universität Wien eine begleitende Phishing-Simulation durch.
Interessierte Schulen, Schulklassen sowie Seniorinnen- und Senioreninstitutionen, die Teil dieser Sicherheits-Allianz werden möchten, können sich ab sofort anmelden. Alle Informationen zum Projekt, der Simulation sowie die Anmeldung sind auf der offiziellen Website unter https://finanzbildung.oenb.at/generationen zu finden.

