Zu heiß für mich in dieser Stadt

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Hitze in der Stadt. Jeder ist sich in diesen Tagen selbst der Nächste, vor allem, wenn er/sie im Auto bei 39 Grad Außentemperatur über den Lerchenfelder Gürtel dümpelt. Gestern um 8:30: missgelaunte Gesichter in klimagekühlten oder saunamäßig aufgeheizten Blechkübeln. Stau. Jeder wünscht sich woanders hin.

Der Fahrer des kleinen Lieferwagens vor mir ist im Gegensatz zu mir ein Mann der Tat. Steigt aus dem Auto aus (vermutlich ist ihm zu heiß?). Geht, ohne Warnlichter einzuschalten, aufrecht und mit erhobenem Mittelfinger durch die Autoschlange und verschwindet irgendwo im Blechsalat.

Hinter mir bildet sich im Stau ein erfolgreicher Sub-Stau mit weiteren Sub-Staus. Der Stinkefinger-Typ, dessen Auto fett am Mittelstreifen parkt, ist spurlos verschwunden, wohin, interessiert eh niemanden. Hauptsache, es geht hier IRGENDWIE WEITER!

Wenn das Schicksal für mich den gnädigen Tod durch Hitzeschlag vorgesehen hat, dann bitte, bitte irgendwo am Meer, mit den Zehen im Sand und einem grünen Cocktail in der Hand. Der Gürtel zur Hauptverkehrszeit ist definitiv keine Option.

Habe ich schon erwähnt, wie befreiend es ist, sich an einer Hupe so richtig abzuarbeiten? Einige kurbeln die Fenster runter und brüllen Schimpfwörter in die Luft, gefühlt beschimpft hier gerade jeder jeden. Na, dann wollen wir doch einmal die gute Kinderstube vergessen und zumindest verbal so richtig Gas geben.

Ich lass das Fenster runter und brülle fröhlich „Oa…gesichter“ in die Luft. Falls Sie mich gehört haben: SIE habe ich natürlich nicht gemeint! Und gutgetan hat’s schon auch.

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